Intensives Derby in Hard

18.10.2015 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Bodenseederby ging es über die volle Spieldauer hart her. Foto: Steurer
Im Bodenseederby ging es über die volle Spieldauer hart her. Foto: Steurer

Das äußerst brisante Bodenseederby endete torlos, dafür aber mit vielen Fouls.

hard. Nach dem Schlusspfiff waren sich alle Beteiligten einig, dass das brisante Bodenseederby gegen Ende hin leider aus dem Ruder lief. Trotz nasskalter Witterung entwickelte sich nach 90 intensiven Minuten eine extrem aufgeheizte Atmosphäre, wobei vier Harder Akteure die harten und teilweise überharten Zweikämpfe mit schweren Verletzungen bezahlten: Nach der Pause blieb Sebastian Santin mit einer Gehirnerschütterung in der Kabine und nach rund einer Stunde Spielzeit kassierte Patrick Scherrer nach einem Luftduell mit dem übermotivierten Ex-Harder Christoph Fleisch – der Abwehrrecke sah dafür „nur“ Gelb – ein blaues Auge und schied mit Verdacht auf eine Jochbeinverletzung aus.

Kurz vor dem Schlusspfiff erwischte es auch noch Adrian Cimpean mit Verdacht auf einen Beinbruch: Das überharte Einsteigen von Bregenz-Verteidiger Raphael Mathis ahndete der Schiedsrichter mit der Roten Karte. Eine solche zückte er in der Nachspielzeit auch noch für den verletzten Metin Batir (Zahn- und Kieferverletzung), der sich aufgrund eines „Nicht-Pfiffes“ des Unparteiischen nach unglücklichem Zweikampfduell am gegnerischen Sechzehner kaum mehr beruhigen konnte und eine Schimpftirade auf das Schiedsrichtertrio losließ. Auch hier blieb dem nicht beneidenswerten Schiedsrichter Herwig Seidler nichts anderes übrig, als die Situation mit der Ampelkarte und aus Sicherheitsgründen mit dem Schlusspfiff zu lösen. Für den erbosten Hard-Trainer Oliver Schnellrieder war klar: „Dass es am Ende so weit kam, lag auch daran, dass der Schiedsrichter nicht von Anfang an konsequent durchgriff und speziell beim Ellbogencheck an Patrick Scherrer nicht Rot für eine Tätlichkeit zückte.“ Dass sich der Unmut der Harder Betreuerbank und Fans in wüsten Beschimpfungen in Richtung Bregenzer Bank äußerte, passte wiederum dem SW-Trainergespann ganz und gar nicht. Über solche „Respektlosigkeiten“ und manche „Ausdrücke unter der Gürtellinie“ wollte sich Bregenz-Trainer Hans Kogler aufgrund der aufgeladenen Stimmung am Ende nicht äußern. War wohl besser so.

1200 Zuschauer in Hard

Und ja, Fußball gespielt wurde zuvor auch, wenngleich der tiefe Boden, viele kleine Fouls im Mittelfeld und die starken Abwehrreihen beider Teams kaum zwingende Torchancen zuließen. Die beste Chance für die Gäste vergab bereits in der vierten Minute Timm Lingg, der einen schönen Querpass von Julian Rupp nicht verwerten konnte. Dem Sieg näher waren die Hausherren, die durch Sebastian Santin (33.) und Simon Mentin (61.) zwei „Hundertprozentige“ ausließen. Am Ende trennten sich die Rivalen wie erwähnt torlos, aber nicht emotionslos. Schade, denn lange Zeit lebte das Derby von der Spannung und den verbissen geführten Zweikämpfen, die für eine gute Derbystimmung unter den 1200 (!) Zuschauern sorgten. Nach Oktoberfestlaune im Festzelt war hernach nicht mehr allen Beteiligten zumute, vielmehr wurde sich das eine oder andere „Frust- und Ärgerbier“ zu Gemüte geführt. Und: Der bekanntermaßen schon zuvor nicht allzu ausgeprägten Freundschaft zwischen den beiden Lagern am Bodensee war das samstägliche Derby sicher nicht dienlich.

Dass es am Ende so weit kam, lag auch am Schiedsrichter.

Oliver schnellrieder
Auch Bregenz-Spieler Gomes blieb nicht verschont. Foto: Steurer
Auch Bregenz-Spieler Gomes blieb nicht verschont. Foto: Steurer