Svindal bremst, Jansrud greift an

Sport / 19.10.2015 • 21:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Autogramme schreiben und Smalltalk mit den Fans: Norwegens Ski-Olympiasieger Aksel Lund Svindal machte in Dornbirn Station.  Foto: Franc
Autogramme schreiben und Smalltalk mit den Fans: Norwegens Ski-Olympiasieger Aksel Lund Svindal machte in Dornbirn Station. Foto: Franc

Norwegens Ski-Asse mit einem Zwischenstopp in Dornbirn vor dem Weltcupstart.

Dornbirn. Fußballspielen war in diesem Sommer tabu. Die Bewegung mit dem runden Leder kostete Norwegens Ski-Ass Aksel Lund Svindal zuletzt eine ganze Saison. Nach einem Achillessehnenriss ist der Olympiasieger und Weltmeister wieder fit, erzählt er bei der gemeinsamen Autogrammstunde seines Ausrüsters Head bei der Firma Intersport in Dornbirn. „Beim Skifahren spüre ich nichts mehr, nur beim Laufen oder bei Sprüngen ist es noch ein wenig ungewohnt.“

Die Abfahrt hat Vorrang

In der Vorbereitung auf die am Wochenende startende Weltcupsaison ist er sehr viel Ski gefahren. „Was halt noch fehlt, ist das Gefühl für die Geschwindigkeit. Ich bin ja die letzten 18 Monate kaum rennmäßig gefahren.“ Die Praxis und den Rhythmus will sich der 32-Jährige beim Riesentorlauf in Sölden holen, ein Spitzenplatz wird aber nicht möglich sein: „Ich will mitfahren“, sagt Svindal. Er richtet den Fokus auf die Abfahrt und den Super-G. „Ich muss wieder so weit kommen, dass ich Rennen gewinnen kann.“ Der Gesamtweltcup ist derweil kein Thema, „weil ich im Riesentorlauf Aufholbedarf habe. Mit einem Marcel Hirscher werde ich derzeit ganz sicher nicht mithalten können.“

Während Svindal also etwas bremst, greift Kjetil Jansrud an. Der 30-Jährige kann es sich schon vorstellen, es mit Hirscher aufzunehmen. „Wir konnten gut trainieren, die Vorbereitung war optimal.“ Ein Top-Ten-Platz in Sölden wäre für den Super-G-Olympiasieger von Sotschi „cool“. Und: „Ich werde versuchen anzugreifen. Hirscher ist sehr stark, aber die Saison lang. Und wer weiß, was alles passiert.“ Der Weltcup-Kronprinz sicherte sich zuletzt die Kugeln im Super-G und in der Abfahrt, war im Riesentorlauf Vierter – und lieferte Hirscher ein Duell bis zum Schluss.

Pflegeleichte Stars

Head-Rennsportleiter Rainer Salzgeber lobt seine Elche bei der Autogrammstunde, die fast zwei Stunden dauerte: „Sehr pflegeleicht sind die beiden.“ Auch Hubert Immler, der zum Anpassen der Schuhe und Einlagen ins Werk nach Kennelbach bat, schätzt die beiden: „Zwei feine Burschen, völlig unkompliziert.“

Svindal und Jansrud sind mit ihrem Ausrüster sehr zufrieden: „Wir sind beide Tüftler, schauen immer, ob es etwas zu verbessern gibt“, erklärt Svindal. „Das ist auch die Philosophie von Head. Da wird akribisch gearbeitet, da versucht man immer, alles aus dem Material herauszuholen.“ Svindal und Jansrud fahren ähnliche Skimodelle, tauschen auch hin und wieder die Bretter aus. Was ist wichtiger, Ski oder Schuh? „Beides in etwa gleich“, antwortet Svindal. „Meine Ski könnte vielleicht jeder fahren, aber beim Schuh ist das anders. Der muss schon handgemacht sein.“

Hirscher ist sehr stark. Aber ich werde versuchen anzugreifen.

Kjetil JAnsrud
Tennis trifft Ski: Tamira Paszek freut sich über ein Erinnerungsfoto mit Aksel Lund Svindal.  Foto: ko
Tennis trifft Ski: Tamira Paszek freut sich über ein Erinnerungsfoto mit Aksel Lund Svindal. Foto: ko
Vor allem ein Fan vom Papa: Amanda, Tochter von Rainer Salzgeber.
Vor allem ein Fan vom Papa: Amanda, Tochter von Rainer Salzgeber.
Hubert Immler, der Füßeflüsterer von Head, hat für Kjetil Jansrud (l.) und Aksel Lund Svindal spezielle Skischuheinlagen vorbereitet. Foto: ko
Hubert Immler, der Füßeflüsterer von Head, hat für Kjetil Jansrud (l.) und Aksel Lund Svindal spezielle Skischuheinlagen vorbereitet. Foto: ko