Fenningers Saison ist zu Ende

Sport / 21.10.2015 • 23:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dr. Christian Hoser operierte Anna Fenninger.  Foto: GEPA
Dr. Christian Hoser operierte Anna Fenninger. Foto: GEPA

Österreichs Ski-Liebling erlitt beim Training einen Kreuz- und Innenbandriss.

Innsbruck. Anna Fenninger griff sich ans Knie und ahnte sofort, dass etwas nicht in Ordnung war. Nur wenige Stunden nach ihrem Trainingssturz auf dem Gletscher in Sölden hatte die Ski-Olympiasiegerin dann traurige Gewissheit: Das vordere Kreuzband im rechten Knie war gerissen, dazu das innere Seitenband und die Patellasehne – ein Totalschaden. Fenningers Leid könnte den VSV-Damen Nina Ortlieb und Elisabeth Kappaurer einen Startplatz in Sölden bescheren.

Comeback in einem Jahr

Nur drei Tage bevor die Weltcup-Saison für die Titelverteidigerin beim traditionellen Auftakt an gleicher Stelle mit dem Riesenslalom am Samstag beginnen sollte, war sie bereits beendet. Ein Schock für das von Rücktritten arg gebeutelte Skiteam. Erst die Abschiede der hoch dekorierten Benjamin Raich, Mario Matt, Andrea Fischbacher, Nicole Hosp und Kathrin Zettel binnen Monaten – und jetzt der Ausfall von Ski-Darling Fenninger. Die 26-Jährige wurde noch am Mittwoch in einer Privatklinik bei Innsbruck erfolgreich operiert. Ihr Comeback wird sie frühestens beim Weltcup-Auftakt im Oktober 2016 geben können.

„Es ist eine sehr schwere, aber nicht die schwerste vorstellbare Verletzung beim Skifahren“, sagte Christian Hoser, behandelnder Arzt des Österreichischen Skiverbandes, nach der Operation: „Das ist eine Verletzung, die schaffbar ist, und es besteht die Hoffnung und realistische Chance, dass sie zum Skifahren zurückkehren kann.“

Als Beispiel nannte er Stephan Görgl, der sich vor neun Jahren exakt dieselbe Verletzung zugezogen und danach ein erfolgreiches Weltcup-Comeback geschafft hatte. „Die besondere Dimension ist einfach der Riss der Patellasehne, weil da eben der Streckapparat unterbrochen ist und dadurch eine sofortige Belastung nicht möglich ist“, erläuterte Hoser.

Der Sturz hatte sich beim Riesenslalomtraining ereignet, die Super-G-Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin war in der „Icebox“ auf dem östlichen Teil des Rettenbachgletschers auf dem Innenski weggerutscht. Für Fenninger ist es der schwerste Schlag in turbulenten Wochen. Die Doppel-Weltmeisterin von Vail hatte sich Anfang September nach Auseinandersetzungen mit dem ÖSV von ihrem Manager Klaus Kärcher getrennt.

Ein Blitzen in den Augen

Fenninger werde bis Anfang nächster Woche im Krankenhaus bleiben. Die Reha-Maßnahmen fangen bereits heute mit einer leichten Mobilisation, etwa einem Aufstehen, an. In weiterer Folge werde Fenninger eine Physiotherapie mit Bewegungsübungen absolvieren. Fenninger sei bis zu einem gewissen Grad geschockt und enttäuscht gewesen, „aber man hat auch ein gewisses Blitzen in den Augen gesehen“, so Hoser, der im Zuge der Operation das vordere Kreuzband „rekonstruierte“.

Das ist eine schwere Verletzung, die aber schaffbar ist.

Christian Hoser, ÖSV-Arzt