Kriechbaum baut auf die junge Welle

Sport / 21.10.2015 • 23:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Chef der ÖSV-Skidamen findet den Generationswechsel „spannend“.

Sölden. 61 Weltcupsiege, 185 Podestplätze, 23 Einzelmedaillen. So viele Erfolge sind Österreichs alpinem Damenskiteam alleine durch die innerhalb von nur zehn Monaten erfolgten Rücktritte von Marlies Schild, Nicole Hosp, Andrea Fischbacher und Kathrin Zettel „verloren gegangen“. Und jetzt fehlt auch noch Anna Fenninger. Doch Damen-Chef Jürgen Kriechbaum ist vor der Zukunft trotzdem nicht bang. Er arbeitet schon länger an der Verjüngung des Teams.Kriechbaum findet die Situation sogar „sehr spannend.“ Seine Begründung: „Als Trainer ist es eine der reizvollsten Aufgaben, eine neue, junge, schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, mit allen Vor- und Nachteilen.“ Dazu kommt: „Von den Spitzenläuferinnen sind ja Gott sei Dank nach wie vor einige da.“ Kriechbaum verwies damit auf routinierte Siegläuferinnen wie Elisabeth Görgl (34), Michaela Kirchgasser (30) oder Eva-Maria Brem (27).

Damit ist aber auch schon wieder Schluss, denn als Einzige aus den 1990er-Jahrgängen hat bisher die 22-jährige Cornelia Hütter den Aufstieg ins auf sieben Läuferinnen geschrumpfte Damen-Nationalteam geschafft. Kriechbaum ist aber überzeugt, dass bald weitere Mädchen ebenfalls den Sprung schaffen.

Sechs aus der zweiten Liga

Mit Erwartungen oder Prognosen geht der Cheftrainer vorsichtig optimistisch um. „Die Voraussetzungen, dass sich wie Hütter auch andere etablieren, sind absolut gegeben“, verweist Kriechbaum etwa darauf, dass

man sich auch im Technikbereich weiterentwickelt hat. „Wir haben über den Europacup einige Fixplätze geschafft, waren Erste und Dritte“, verweist er auf Lisa Maria Zeller und Katharina Truppe. „Vor zwei Jahren haben wir da noch ganz schlecht ausgeschaut.“

Gleich sechs ÖSV-Mädchen haben über die zweite Liga Fixplätze im Weltcup geholt, allen voran Ricarda Haaser. Die 22-jährige Tirolerin hat die Europacup-Gesamtwertung gewonnen, obwohl sie die letzten elf Rennen verletzungsbedingt verpasst hatte. Haaser ist damit überall startberechtigt, wird im Weltcup aber hauptsächlich Technikbewerbe fahren.