Formel 1 sehnt sich nach echtem Duell

Sport / 22.10.2015 • 21:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Daumen hoch für den Motorsport-Nachwuchs – Lewis Hamilton (r.) gab in Austin Unterricht. Foto: ap
Daumen hoch für den Motorsport-Nachwuchs – Lewis Hamilton (r.) gab in Austin Unterricht. Foto: ap

Genug Mercedes-Dominanz – gewünscht wird Rot gegen Silber, Vettel gegen Hamilton.

Austin. Bernie Ecclestone hat es satt. „Unser größtes Problem ist, dass die Leute wissen, wer dieses Jahr Weltmeister wird“, schimpft der Chefpromoter über die Langeweile an der Spitze der Formel 1: „Das kann nicht richtig sein.“ Neun von bisher 15 Saisonrennen hat Lewis Hamilton gewonnen. Der Mercedes-Pilot kann schon am Sonntag beim Großen Preis der USA in Austin (20 Uhr) seine Titelverteidigung perfekt machen. Doch selbst der Brite wünscht sich für 2016 mehr Nervenkitzel im Kampf um die WM-Krone und hofft dabei auf seinen Rivalen Sebastian Vettel.

„Wenn ich ein Fan wäre, dann würde ich auch am liebsten ein Duell von Hamilton im Mercedes gegen Vettel im Ferrari sehen“, sagt Hamilton: „Das wäre doch für den Sport klasse. Ich wünsche mir viele tolle Rad-an-Rad-Duelle, und natürlich will ich am Ende die Nase vorn haben.“

Die Kassen sollen klingeln

Rot gegen Silber, Vettel gegen Hamilton – es wäre ein Duell der Giganten. Und ganz im Sinne von Big-Boss Ecclestone. „Wir sind im Showbusiness und in dem Moment, in dem wir die Leute nicht mehr unterhalten, haben wir Probleme“, sagt der 84-Jährige und hört wohl schon die Kasse klingeln. Hamilton vs. Vettel könnte die PS-Fans wieder in den Bann ziehen, ähnlich wie der Klassiker Ayrton Senna gegen Alain Prost Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre. Damit ließe sich jede Menge Geld verdienen.

Auch Vettel will nach seinem ersten Jahr bei der Scuderia mit bisher drei Siegen 2016 wieder richtig angreifen. „Wir wollen Mercedes herausfordern. Noch sind sie uns voraus, aber wir holen Schritt für Schritt auf“, sagt der Deutsche, der bei einem Sieg Hamiltons Zweiter werden muss, um Mercedes die WM-Party zu versauen: „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr in einer besseren Position sein werden, mit einem konkurrenzfähigeren Auto.“

Doch selbst dann wird es für Vettel ganz, ganz schwierig. Hamilton ist im Moment wohl in der Form seines Lebens. Der 30-Jährige fährt sicher, souverän, selbstbewusst. Einfach ohne Fehler. Und so hatte Teamrivale Rosberg trotz gleicher Voraussetzungen erneut keine echte Chance auf den WM-Titel.

„Von Nico weiß ich, dass er mich immer unter Druck setzt“, sagt Hamilton zwar brav: „Vor der Art und Weise, wie er mit unserer Stallrivalität umgeht, kann ich nur den Hut ziehen.“ Aber trotz gleichen Materials kann es der Wahl-Monegasse nicht mit Hamilton aufnehmen.

Viel Spaß mit Vettel

Und so liegen die Hoffnungen der Formel 1 auf Vettel, aus dem „Kampf“ um den Titel möglichst schnell wieder ein echtes Duell zu machen. „Ich finde, Seb ist eine tolle Persönlichkeit. Du weißt immer, woran du mit ihm bist, ein herausragender Fahrer mit starkem Charakter“, sagt Hamilton: „Außerdem haben wir viel Spaß. Ich freue mich auf die kommenden Jahre mit ihm.“ Genau wie der Rest der Formel 1. Und ganz besonders Bernie Ecclestone.