Ligety mit dem vierten Streich

Sport / 26.10.2015 • 21:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Weltcupsieg Nummer 25 für Ted Ligety – der Amerikaner spielte beim Riesentorlauf in Sölden seine blendende Form aus.  Foto: gepa
Weltcupsieg Nummer 25 für Ted Ligety – der Amerikaner spielte beim Riesentorlauf in Sölden seine blendende Form aus. Foto: gepa

Hirscher beim Saisonauftakt in Sölden hinter Farnara auf dem dritten Rang.

Sölden. Ted Ligety hat sein Ziel, die kleine Riesentorlauf-Kugel im alpinen Ski-Weltcup zurückzuerobern, zum Saison-Auftakt untermauert. Als erster Rennläufer gewann der US-Amerikaner vier Mal in Sölden, er setzte sich 0,15 Sekunden vor dem Franzosen Thomas Fanara und 0,17 vor ÖSV-Star und Pokalverteidiger Marcel Hirscher durch. Der Salzburger Roland Leitinger überraschte mit Platz sechs.

Nur keine Fehler machen

Einen Tag vor der Weltpremiere des neuen James-Bond-Streifens „Spectre“ in London, der zum Teil in Sölden gedreht wurde, feierte Ligety seinen 25. Weltcup-Erfolg, seinen 24. im Riesentorlauf. Der 31-Jährige, der die Riesentorlauf-Gesamtwertung 2008, 2010, 2011, 2013 und 2014 gewonnen hatte, aber in der Vorsaison gegen Hirscher chancenlos gewesen war, möchte bekanntlich heuer zurückschlagen.

„Der Schnee war wirklich bissig und ich habe versucht zu kämpfen. Ich war ziemlich überrascht, als ich die Ziellinie überquert habe, aber so ist es wahrscheinlich jedem ergangen“, zeigte sich der Mann aus Park City, der hier im Vorjahr nur Zehnter war, über die Bedingungen erst einmal erstaunt. „Die Sicht war außerdem schwierig. Ich habe nur geschaut, dass ich so schnell wie möglich bin und nicht zu viele Fehler mache.“ Sein vierter Sölden-Erfolg nach 2011, 2012 und 2013 beschäftige ihn im Moment nicht. „Wenn ich aufgehört habe, kann ich mir über Rekorde Gedanken machen.“

Die herausfordernde Piste auf dem Rettenbachgletscher verlangte den Läufern alles ab. „Ich bin ordentlich in die Knie gegangen nach dem Lauf“, stöhnte Hirscher, der zur Halbzeit des Rennens an zweiter Stelle lag. Mit seiner ersten wettkampfmäßigen Fahrt im neuen Ski-Winter war der 26-Jährige durchaus zufrieden. „Es war richtig cool, ich habe es ganz gut erwischt.“ Noch besser lief es allerdings für Ligety, der Hirscher mit einem Finish der Extraklasse ab der Steilhang-Ausfahrt auf Distanz hielt.

60 Punkte mehr

Schon im ersten Lauf war das Trio Ligety, Hirscher und Fanara quasi in einer eigenen Liga gefahren. Im zweiten Durchgang attackierte Hirscher voll, blieb aber 0,02 Sekunden hinter dem entfesselt fahrenden Fanara. Der Halbzeit-Führende Ligety ließ sich die Butter mit der fünftschnellsten Laufzeit (ex aequo mit Hirscher) nicht mehr vom Brot nehmen. Hirscher haderte etwas mit dem letzten Übergang ins Flachstück. „Da habe ich sicher etwas an Zug verloren.“ Alles in allem zog der Gesamtweltcup-Sieger aber zufrieden Bilanz. „Eine große Erleichterung, dass man da bei den Top drei dabei ist. Das sind 60 Punkte mehr. Der erste Druck fällt weg“, sagte der entthronte Sölden-Vorjahressieger.

Kjetil Jansrud, wohl der erste Hirscher-Herausforderer um den Gesamtweltcup, musste sich mit Rang 25 zufriedengeben. „Ich weiß, dass es wieder ein schwieriges Jahr im Riesentorlauf wird. Dafür habe ich nicht genug Training“, so der Norweger.

Es ist eine Erleichterung, dass man bei den Top drei dabei ist.

MArcel Hirscher

Ski alpin

Rennläufer mit den meisten Siegen im Riesentorlauf-Weltcup

1. Ingemar Stenmark (SWE) 46

2. Ted Ligety (USA) 24

3. Michael von Grünigen (SUI) 23

4. Alberto Tomba (ITA) 15

5. Hermann Maier (AUT) 14

Benjamin Raich (AUT) 14

Marcel Hircher (AUT) 14