Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Die Macht des Geldes

27.10.2015 • 21:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mit dem Überschwappen des FIFA-Skandals in das Land des „Sommermärchens 2006“ ist die Dimension noch eine weit größere. Die täglichen Sticheleien in der Aufarbeitung der deutschen WM-Geschichte muten an wie ein Friedhof der Eitelkeiten. Unblutig zwar, aber zuweilen doch unter der Gürtellinie. Die Protagonisten im vielleicht mächtigsten Sportverband der Welt kommen nur scheibchenweise, wenn überhaupt, mit der Wahrheit ans Licht. Beschleunigt wird die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Fußball-Geschichte ganz nach dem Sprichtwort „Wie du mir, so ich dir“ dadurch sicherlich nicht.

Geblieben sind bislang vor allem Fragen. Was bezweckte DFB-Chef Niersbach mit seiner Pressekonferenz? Was Lichtgestalt Beckenbauer mit seiner knappen Erklärung? In welcher Rolle sieht sich Ex-DFB-Chef Zwanziger? Aufklärer oder Ankläger? Fast scheint, als verstünden die Mächtigen im Fußball nur die Sprache des Geldes.

Es sind die Sponsoren des Deutschen Fußball-Bundes, die nun den Druck auf die Hauptdarsteller erhöhen. Eine lückenlose Aufarbeitung der Vorwürfe wird gefordert – und zwar rasch. Verständlich, denn im Dunstkreis des Vorwurfs des Stimmenkaufs, einer unsäglichen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung an die FIFA-Finanzkommission oder einer schwarzen Kasse lässt es sich auf die Dauer bei den Konsumenten nicht punkten.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211