Neues Fluggefühl über dem Wasser

28.10.2015 • 19:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei entsprechendem Wind können sich die Kufen der Skinfit bis zu anderthalb Meter abheben. Dadurch fliegt der Kat von Fritz Trippolt förmlich über das Wasser. Foto: Thüringer
Bei entsprechendem Wind können sich die Kufen der Skinfit bis zu anderthalb Meter abheben. Dadurch fliegt der Kat von Fritz Trippolt förmlich über das Wasser. Foto: Thüringer

Fritz Trippolt hat mit belastbaren Foils seinem Katamaran pfeilschnell gemacht.

Bregenz. (VN-HT) Ein Foil funktioniert wie der Flügel eines Flugzeugs. Bei genügender Geschwindigkeit erzeugt es Auftrieb, so dass die Bootsrümpfe aus dem Wasser gehoben werden. Dadurch verringert sich der Widerstand im Wasser, die Boots-Geschwindigkeit erhöht sich. Auf geraden Strecken ist das leichter zu bewerkstelligen, schwieriger wird das Foilen beim Wenden und Halsen.

Nach zwei Jahren Planung, Ein- und Umbauten, Reparaturen und Weiterentwicklung gelang es Fritz Trippolt (58), seinem Katamaran Skinfit, einer Ventilo II, funktionierende und vor allem belastbare Flügel zu verleihen. 2014 war er schon so weit, dass die T-förmigen Foils die beiden Kufen des Kats bei acht Knoten Speed aus dem Wasser hoben. Allerdings hielten sie bei höherer Geschwindigkeit dem immensen Druck nicht stand und brachen. Auch das Geschwindigkeitspotenzial war zu gering. Also begannen Trippolt und Mitsegler Benedikt Höss mit der Entwicklung L-förmiger Foils. Die ersten Fahrversuche gelangen vielversprechend, bis die Teile an dem Punkt, wo sie an den Rümpfen eingespannt werden, wieder brachen. „Dort wirken drei Tonnen auf sie ein“, erklärt Trippolt. „Nach 1000 Stunden Arbeit hatte ich nach dem neuerlichen Misserfolg vorerst die Schnauze voll“, berichtet er, bis ihn das Projekt wieder reizte. „Ich schnitt die Foils auf und fertigte die kritischen Teile massiv aus Karbon.“ Den neuerlichen Tests sah die Crew gespannt entgegen. Endlich klappte alles. Eine Spezialität der Skinfit ist, dass sie sowohl über die herkömmlichen Schwerter für Leichtwind verfügt als auch über die Foils für Windstärken ab zehn Knoten.

Sensationelles Fahrgefühl

Der Kat taucht bei Vorwindkursen gerne mit dem Bug ein, er „spitzelt“, wie die Segler sagen. Diese Eigenschaft hat die Crew bei der vorletzten Rund Um leidvoll erfahren, als es nach einem Kopfstand einen Rumpf in der Mitte auseinandergerissen hat. Die neuen Foils sollen dies verhindern und der Fahrt mehr Stabilität verleihen. Trippolt schwärmt daher vom sensationellen Fahrgefühl beim Foilen, das trotz geringerer Wasserberührung für mehr Sicherheit sorgt. Bei aller Freude über die vorläufig erreichte Baustufe ist sich Trippolt im Klaren: „Es ist noch ein langer Weg, bis wir das Gerät total beherrschen. Zum Glück ist bis zur Rund Um 2016 aber noch etwas Zeit.“ Bei der 66. Auflage am 3. Juni will sich der Bregenzer nach 2004 und 2007 zum dritten Mal in die Siegerliste der Traditionsregatta eintragen.