Ein Einzelkämpfer und Teamplayer

29.10.2015 • 19:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der große Rückhalt sind Gattin Dragana und Sohn Petar. privat
Der große Rückhalt sind Gattin Dragana und Sohn Petar. privat

Handballgoalie Goran Aleksic wartet seit Monaten auf seine Einbürgerung.

Bregenz. (VN-jd) Handballexperten sind sich einig, dass ein überdurchschnittlicher Torhüter die halbe Miete für den Sieg ist. Über viele Saisonen erfüllte Goran Aleksic diesen Part bei HLA-Rekordmeister Bregenz Handball mit Bravour. Nach dem Titelgewinn in der Premierensaison 2009/10, Silber in der folgenden Spielperiode, Rang drei 2012/13 und Silber in der letzten Saison ist es in der letzten Zeit um den in Kruševac geborenen Serben ruhiger geworden. Grund dafür ist die gewachsene Konkurrenz durch Jürgen Suppanschitz und Ralf-Patrick Häusle innerhalb der Mannschaft und das Warten auf die Einbürgerung. Nachdem der 33-Jährige seit sieben Jahren als Schlüsselkraft in Vorarlberg tätig ist, hat er einen Antrag auf Einbürgerung gestellt. „Ich habe alle Tests bereits bestanden und auch die Einbürgerungszusicherung erhalten. Was fehlt, ist die Entlassung aus der bisherigen Staatsangehörigkeit. Ich warte seit 1. Juli auf das O.K. aus Belgrad, um den österreichischen Pass beantragen zu können.“

Die rot-weiß-rote Staatsbürgerschaft würde auf einen Schlag die Situation von Aleksic als Handballprofi erleichtern. Da laut Gentlemen Agreement in der Handball-Liga Austria ein Verein maximal vier Legionäre pro Spiel einsetzten darf, Bregenz im Moment aber fünf Nicht-Österreicher im Kader hat, kommt es auf der Torhüterposition zu Rotationen. „Ich kann diesen Gedanken nachvollziehen und möchte mich nicht beschweren. Doch ich bin Sportler aus Leib und Seele, und es liegt in der Natur der Sache, dass man, sofern man ohne Verletzung ist, seinen Job auch aktiv ausüben will“, erklärt der Zweimetermann, der bei Bregenz noch einen Vertrag bis Sommer 2017 hat.

Sportlich und privat hat Aleksic in Bregenz eine zweite Heimat gefunden. „Ich werde auch als Österreicher meine Herkunft nicht verheimlichen und es werden zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Meine Frau Dragana und ich fühlen uns hier wohl, Sohn Petar (21 Monate) wurde hier geboren, und nachdem wir im Juni wieder Nachwuchs erwarten, hoffe ich, dass dies noch möglichst lange so sein wird.“

Verein als zweite Familie

Konkrete Pläne über das Leben nach seiner aktiven Karriere hat Aleksic nicht. „Es gibt einige Ideen, doch primär möchte ich mich auf meinen Job im Handballtor konzentrieren. Ich bin zuversichtlich, dass sich meine Position in absehbarer Zeit bessert und ich meine Tätigkeit ohne Einschränkungen ausüben kann. Es gibt noch einige Ziele, die ich zusammen mit Bregenz erreichen möchte. Für mich sind die Handballer der
best- geführte Sportverein und wie eine zweite Familie für mich. Was mir im Moment eben fehlt, ist die Möglichkeit, mich so wie zu Hause auch sportlich maximal ins Familienleben einzubringen.“

Goran Aleksic steht die siebte Saison im Tor der Bregenzer Handballer und wartet sehnlichst auf seine Einbürgerung. Foto: gepa
Goran Aleksic steht die siebte Saison im Tor der Bregenzer Handballer und wartet sehnlichst auf seine Einbürgerung. Foto: gepa