Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Mehr Mut für neue Wege

30.10.2015 • 17:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorarlberg erfüllt noch immer nicht den einst erhobenen Anspruch „Sportland Nummer eins“ zu werden. Das zeigen auch die Ergebnisse der österreichischen Sportlerwahl. Zwei Damen, Bettina Plank (18.) und Susanne Armellini-Sohm (21.) unter den Top 22, bei den Herren schaffte es nur Handball-Teamspieler Robert Weber in die Wertung. Bleiben als Aushängeschilder die Teams SCR Altach (14.) und HC Hard (21.) – nicht zu vergessen Ramazan Özcan als Mitglied der Siegermannschaft Fußball-Nationalteam.

Eine Neuorientierung ist angebracht. Das zeigt die Datensammlung im heimischen Sportservice. Die bittere Erkenntnis daraus: Vorarlbergs Nachwuchs ist top, nicht nur österreichweit. Der Schlüssel liegt an der Schnittstelle in den Erwachsenensport. Da liegt die Krux verborgen, denn: Zu viele heimische Talente gehen dem Sport noch verloren.

Die Lösung? Ist durchaus vielschichtig. Aber neben einer schulischen Perspektive für die Athleten bzw. Athletinnen ist die finanzielle Absicherung in Sportarten, in denen nicht so viel Geld verdient wird, das Um und Auf für Sport auf höchstem Niveau. Dazu bedarf es wohl eines Schnitts. Die Betreuung von 125 Kaderathleten ist für das Olympiazentrum kaum handelbar. Es braucht die Konzentration der Kräfte und das Bekenntnis der Landespolitik. Für den Spitzensport als echte Triebfeder für den im Ländle gut verankerten Breitensport. Und für neue, dringend benötigte Infrastruktur, von der ja auch die heimische Bauwirtschaft profitieren kann.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211