Das Schreckgespenst Altach

01.11.2015 • 19:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Überflieger in der Halloween-Nacht: Felix Roth erzielte das Goldtor beim Altacher 1:0-Heimsieg über Meister RB Salzburg. Foto: gepa
Der Überflieger in der Halloween-Nacht: Felix Roth erzielte das Goldtor beim Altacher 1:0-Heimsieg über Meister RB Salzburg. Foto: gepa

Roth und das „goldene Händchen“ als Matchwinner beim 1:0 über Meister RB Salzburg.

Altach. Frankenstein, Dracula oder Shrek suchte man am Halloween-Abend in der Cashpoint-Arena vergebens, Altachs Kicker aber sorgten dennoch für Schrecken in den Reihen der Bullen. Ausschlaggebender Punkt dafür war neben der konsequenten Defensivarbeit vor allem die Leidenschaft, die Altach einmal mehr in einem Heimspiel auf den Platz brachte. Und das „Goldhändchen“ von Felix Roth. Nach einer Traum­aktion von Martin Harrer, der innert weniger Meter erst Omer Damari und Takumi Minamino Saures lehrte, rutschte Roth im vollen Tempo in die ideal geschlagene Hereingabe von Harrer. Was sich in den folgenden Sekunden abspielte, schilderte der Goldtorschütze nach dem Spiel folgendermaßen: „Es ging alles sehr schnell. Ich sehe Harrer und die Flanke, bin gegrätscht, kam aber zu spät und der abprallende Ball springt mir aus nicht einmal einem Meter an die Hand. Ich konnte gar nicht mehr reagieren.“

Und wirklich: RBS-Goalie Andreas Walke war zwar erst am Leder, doch sein Abwehrversuch landete an Roths Hand und sprang von dort über die Torlinie. Es war die 64. Minute in einem Spiel, in dem Salzburg sich schon langsam mit dem Gedanken einer „Nullnummer“ zufriedenzugeben schien. Weder Toptorjäger Jonatan Soriano noch für Spielmacher Naby Keita fanden in der engmaschigen Defensive der Altacher Raum zur Entfaltung. Mehr noch: Die Hausherren, mit einer Fünferkette mit Lukas Jäger als zentraler Figur ins Spiel geschickt, suchten zwar zumeist die Absicherung, vergaßen aber nie, über ihre Außen Zech und Schreiner auch Nadelstiche in der Offensive zu setzen.

Ein besonderer Moment

Nicht nur für die Mannschaft, vor allem für Roth sollte es am Ende ein besonderer Abend werden. Immerhin musste der 27-Jährige ganze fünf Monate auf seinen nunmehr fünften Bundesliga-Treffer warten. Bei der 1:3-Heimniederlage gegen Rapid hatte der Legionär letztmals den eigenen Torjubel in sich verspürt. Einem starken Frühjahr verdankte der gebürtige Offenburger schließlich auch die Vertragsverlängerung bis Juni 2016.

So wirklich auf Touren kommen wollte Roth in dieser Saison aber nicht. Vor allem seine Torgefährlichkeit vermochte er noch nicht wie gewohnt zur Geltung zu bringen. Auch in puncto Spielminuten hinkte der Deutsche gegenüber seiner Premierensaison in Altach hinterher. Nach 14 Spieltagen in der Saison 2014/15 hatte er in der Liga 854 Einsatzminuten und war zwei Mal erfolgreich. In diesem Jahr sind es bei nunmehr einem Treffer 644 Minuten. „Es war für mich nicht immer einfach“, gestand der kampfkräftige Mittelfeldspieler nach seinem Saison-Premierentor. „Klar, es ist wichtig für mich. Aber wir haben einen starken Kader.“ Und so hält er es wie die gesamte Mannschaft: „Wir schauen nur noch von Spiel zu Spiel.“

Was den Sieg gegen Salzburg betrifft, so nahm sich Roth gerne ein wenig zurück und stellte das Team in den Mittelpunkt. „Jeder hat für jeden gekämpft und die Leidenschaft gezeigt, die wir vielleicht zuweilen vermissen haben lassen.“ In spielerischer Hinsicht, so ist sich Roth sicher, habe man noch Luft nach oben, aber gegen Salzburg wären einfach auch andere Dinge gefragt gewesen. Dank Einsatz, Willen und Leidenschaft musste Altach so denn auch nur einmal wirklich zittern – doch da rettete Lukse gegen Reyna (83.).

Es war nicht immer leicht, weil wir einen starken Kader haben.

Felix Roth
Das Bollwerk hielt. Lukas Jäger (links) vermochte, wie all seine Nebenleute, in der Abwehrarbeit zu überzeugen. Foto: gepa
Das Bollwerk hielt. Lukas Jäger (links) vermochte, wie all seine Nebenleute, in der Abwehrarbeit zu überzeugen. Foto: gepa
Der „Man of the Match“ Andreas Lukse hielt den Sieg fest.
Der „Man of the Match“ Andreas Lukse hielt den Sieg fest.