Der Strafraum war des Königs Reich

Sport / 02.11.2015 • 19:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Der Allergrößte“: Gerd Müller wird 70 – seine Erkrankung aber stimmt traurig.

München. Tore waren sein Markenzeichen. Im Stadion stand Gerd Müller beim FC Bayern und in der deutschen Nationalelf in dem Rampenlicht, das er außerhalb am liebsten mied. Heute wird der Bomber der Nation 70 Jahre alt. Seine Alzheimer-Erkrankung berührt die Nation.

Wenn Gerd Müller in Tornähe an den Ball kam, dann hat es in der Regel Bumm gemacht. Kein deutscher Stürmer vor und nach ihm erreichte seine Klasse, keiner erzielte so viele Tore. Und Müller erledigte seinen Job in den Fußballstadien auf eine unnachahmliche Weise: Er traf blitzschnell aus der Drehung, im Fallen und im Sitzen, mit links, rechts oder mit dem Kopf. Er war der König im Sechzehnmeterraum, „Gerd Müller war wahrscheinlich der allergrößte Stürmer, den wir in Deutschland hatten“, urteilte Bundestrainer Joachim Löw anlässlich des 70. Geburtstags des Bombers der Nation. Der Ehrentag des Weltmeisters (1974), Europameisters (1972) und Rekordschützen der Bundesliga (365 Tore in 427 Partien) muss heute aber ohne große Feierlichkeiten begangen werden.

Trauriger Grund: Gerd Müller leidet an Alzheimer. Bei der Erkrankung geht das Gedächtnis verloren, das Wesen des Betroffenen verändert sich. Seit Anfang Februar wird Müller mit großer Unterstützung seiner Familie professionell betreut. Der FC Bayern hatte seine Erkankung vor wenigen Wochen publik gemacht, auch zum Schutz von Müllers Frau Uschi vor unzähligen Medienanfragen zum runden Geburtstag.

Mit sein größter Erfolg war sein Sieg über seine Alkoholkrankheit vor rund 30 Jahren. Dabei stand ihm sein ehemaliger Sturmkollege und späterer Bayern-Präsident Uli Hoeneß zur Seite. Abseits des Spielfelds beherrschte Müller das Leben lange nicht so gut.