Klare Ansagen sind gefordert

03.11.2015 • 17:12 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominik Schmid erzielte in 38 Länderspielen 52 Tore. FotoS: GEPA
Dominik Schmid erzielte in 38 Länderspielen 52 Tore. FotoS: GEPA

Dominik Schmid und Gerald Zeiner teilen sich die Spielmacherrolle im Nationalteam.

Schwarzach. (VN-jd) Wenn Österreichs Handball-Männerteam heute (20.25 Uhr, live ORF Sport+) in Maria Enzersdorf gegen Rumänien bzw. am Samstag (16 Uhr MEZ) in Vantaa gegen Finnland das Unternehmen Qualifikation für die WM-Endrunde 2017 startet, stehen zwei Akteure ganz besonders im Fokus. Da mit Viktor Szylagyi (37) und Vitas Ziura (36) jene beiden Spieler fehlen, die in den letzten Jahren als Denker und Lenker fungierten, liegt es am Harder Dominik Schmid und dem beim Alpla HC Hard unter Vertrag stehenden Gerald Zeiner, die Regie im Nationalteam zu übernehmen und das Spiel des ÖHB-Teams zu führen. Der 26-jährige Schmid und der um ein Jahr ältere Zeiner sollen laut Teamchef Patrekur Johannesson in Blickrichtung Heim-EM 2020 aufgebaut werden und für die zündenden und erfolgbringenden Ideen in der rot-weiß-roten Kommandozentrale sorgen. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir uns in der Umbruchphase befinden. Trotz dieses Umstandes sind aber unsere Ansprüche nicht weniger geworden. Wir wollen uns nach dem 13. Endrang bei der WM 2015 in Katar weiter im erweiterten Kreis der Weltspitze etablieren. Rang eins in der Gruppenphase der WM-Quali und der Einzug in die im Juli stattfindende K.o.-Runde sind das erste erklärte Ziel von uns. Es wird ganz
sicher kein Selbstläufer und wir werden uns ins Zeug legen müssen, um unser Vorhaben zu realisieren“, betont der 43-jährige Isländer fokussiert.

Bis zum Sommer will Johannesson seinen Kader sichten und allmählich auf 18 bis 20 Spieler reduzieren. „Jetzt sind es 35 bis 40 Spieler. Ich werde herausfinden, welche Spieler zu hundert Prozent wollen. Was ich wirklich sehen will, ist dieser Wille.“

Neustart im Team

Dominik Schmid vergleicht die beginnende WM-Quali mit einem Relaunch im Nationaltrikot. „Ich habe zwar bereits 38 A-Länderspiele absolviert, bin aber zumeist im Schatten von Viktor oder Vitas gestanden. Wie auch zuletzt bei der WM in Katar, als ich bei der letzten Kaderreduktion aus dem Aufgebot gerutscht bin. Doch mein Blick ist nach vorne gerichtet und jetzt will ich im Team noch einmal so richtig durchstarten und zeigen, was ich kann“, betont der Harder. Mit seinem Arbeitgeber SG BBM Bietigheim durchläuft der 26-Jährige derzeit ein Wechselbad der Gefühle. Nach dem einjährigen Gastspiel in der 1. deutschen Bundesliga läuft es für die Württemberger in Liga zwei alles andere als nach Wunsch. Mit 6:18-Punkten nimmt Bietigheim den 18. Rang bei 21 Teams in der Tabelle ein. „Natürlich ist der Blick auf die Tabelle nicht besonders erfreulich. Doch zuletzt gab es mit 30:23 in Ferndorf den ersten Auswärtssieg und wir hoffen, dass wir den Aufwärtstrend nach der Länderspielpause prolongieren können“, betont Schmid, der in den letzten Partien primär auf der Spielmacherposition eingesetzt wurde. „Es ist zwar keine neue Position für mich, trotzdem aber eine Umstellung. Früher war ich der Shooter und jetzt bin ich der Passverteiler. Generell gilt es, das gesunde Mittelmaß zu finden. Ich will natürlich möglichst Tore werfen, doch nun haben sich die Prioritäten meines Aufgabenbereichs auf dem Parkett erweitert und ich versuche, diesen Part zur Zufriedenheit der Trainer, egal ob im Verein oder im Team, zu erfüllen.“

Den kongenialen Part von Schmid im Nationalteam soll Gerald Zeiner ausfüllen. Der 27-jährige Kremser, die dritte Saison in den Diensten des Alpla HC Hard, absolvierte im Juni gegen Spanien (24:30) bzw. in Deutschland (29:31) sein Debüt im A-Team und feierte mit jeweils drei Treffern einen gelungenen Einstand. Jetzt will Zeiner dort anknüpfen, wo er vor vier Monaten aufgehört hat. „Es ist natürlich eine große Ehre, die Rolle von Viktor Szylagyi zu übernehmen. Gleichzeitig ist es aber auch eine große Herausforderung, in solche Fußstapfen zu treten. Viktor ist und bleibt ein genialer Handballer, und er ist nicht zu kopieren. Ich habe schon in der Jugend davon geträumt, einmal in diese Situation zu kommen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen und ich bin bereit, alles zu geben.“

Gleichzeitig fügte der mit 52 Saisontreffern die interne Harder Torschützenliste anführende Zeiner aber an, dass man im Handball nur als Team gewinnen kann und er versuchen will, mit Toren und Assists dazu beizutragen, dass Österreich einen erfolgreichsten Start in der WM-Quali hinlegt.

In die Fußstapfen von Viktor Szylagyi zu treten, ist zugleich eine Ehre und Herausforderung.

Gerald Zeiner
Gerald Zeiner brachte es bei seinen zwei Teameinsätzen auf sechs Tore.
Gerald Zeiner brachte es bei seinen zwei Teameinsätzen auf sechs Tore.