Alaba und Co. erobern Top Ten der Weltrangliste

05.11.2015 • 18:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
David Alaba ist nicht nur beim FC Bayern München ein Topspieler, sondern auch ein Zugpferd im österreichischen Nationalteam.  Foto: gepa
David Alaba ist nicht nur beim FC Bayern München ein Topspieler, sondern auch ein Zugpferd im österreichischen Nationalteam. Foto: gepa

ÖFB-Nationalteam auf Rang zehn dank eindrucksvoller EM-Qualifikation.

wien. Der 5. November 2015 wird in der österreichischen Fußball-Geschichte ein bedeutender Tag bleiben. Das ÖFB-Herren-Nationalteam scheint als Zehnter erstmals in den Top Ten der FIFA-Weltrangliste auf. Zu verdanken ist dieser historische Vorstoß der Nationalmannschaft den jüngsten Erfolgen in der Ära von Teamchef Marcel Koller. Angeführt wird das Ranking erstmals von Belgien.

Koller hatte vor fast genau vier Jahren, am 1. November 2011, die damals auf Platz 72 liegende Nationalmannschaft übernommen. Zwar wurde die WM-Qualifikation danach verpasst. Der Schweizer schweißte das Team rund um David Alaba aber so zusammen, dass nicht nur erstmals die sportliche Qualifikation für eine EM, nämlich jene 2016 in Frankreich, geschafft wurde, sondern auch in der Weltrangliste ein Riesensprung gelang.

Von den bisher 34 Spielen in Kollers ÖFB-Ära hat das Team 19 gewonnen – bei sieben Remis und acht Niederlagen. Wirklich beeindruckend lief aber die niederlagenlose EM-Qualifikation für Frankreich mit neun Siegen in zehn Spielen ab. Nur zum Auftakt gegen Schweden (1:1) wurde nicht voll gepunktet. Lediglich England hatte in der Qualifikation eine bessere Bilanz vorzuweisen als das ÖFB-Team. Als Belohnung werden die Österreicher bei der Auslosung der EM-Gruppen am 12. Dezember in Paris unter anderem mit Vierfach-Weltmeister Italien aus Topf zwei gezogen.

Belgien erstmals auf Platz eins

Für Koller soll der Vorstoß in die Top Ten aber noch nicht alles gewesen sein. „Es ist auch wichtig, dass wir da bleiben und vielleicht schauen, dass wir einstellig werden“, erklärte der Schweizer bei seiner Kaderbekanntgabe für das bevorstehende abschließende Länderspiel des Jahres am 17. November in Wien gegen die Schweiz. Die Weltrangliste sage nicht alles, aber schon etwas über die aktuelle Stärke des ÖFB-Teams aus, meinte der Cheftrainer. „Wir können uns aber nicht festhalten an dieser Weltrangliste.“

Eine Premiere gibt es auch an der Spitze der Weltrangliste. Belgien übernahm vor Deutschland und Argentinien die Führung. Die Spieler um Kapitän Vincent Kompany und Offensivstar Kevin De Bruyne werden in dem kleinen Land mit seinen elf Millionen Einwohnern bereits als „Goldene Generation“ gefeiert – ohne bisher ins Halbfinale eines großen Turniers vorgestoßen zu sein.

Nicht zuletzt deshalb ist die Weltrangliste in ihrer Wertigkeit umstritten. Spiele unterschiedlicher Bewerbe werden verschieden stark gewichtet. Mangels hochwertiger Qualifikationsspiele fallen zum Beispiel Turniergastgeber rund um die Großereignisse regelmäßig deutlich zurück – so etwa Österreich, das kurz nach der EM 2008 im eigenen Land als 105. die schlechteste Platzierung seiner Geschichte aufwies.