Nagel: „Eine dritte Liga gehört her“

Sport / 05.11.2015 • 20:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hubert Nagel
Hubert Nagel

Lustenau. Austria-Lustenau-Langzeitpräsident Hubert Nagel über die Entwicklung der Ersten Liga und wie er sich die Zukunft vorstellen würde.

Herr Nagel, was sagen Sie zur aktuellen Situation in Salzburg?

nagel: Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Ich denke, dass da auch die Rivalität zwischen Austria Salzburg und Red Bull eine Rolle spielt. Denn warum kann die Austria bei Bedarf nicht in der Bullen-Arena spielen? Liefering hat dort ja auch lange gespielt. Für die Liga wäre es natürlich ein enormer Schaden, wenn Austria Salzburg vorzeitig aufgeben müsste. Das ist wieder einmal ein Beweis, dass vieles erneuert gehört.

Was könnte besser werden?

nagel: Die Regelung, dass nur drei Ausländer eingesetzt werden dürfen, ist kontraproduktiv. Besser wäre es, eine Prämie für jeden eingesetzten Österreicher zu bezahlen. Was bringt es, wenn ich Österreicher vor zu vielen Legionären schütze? Bestes Beispiel ist für mich Christoph Stückler. Wer in solch einem Alter (35) noch solche Leistungen erbringt, braucht keinen Schutz. Und einer der zu schwach ist, dem nützt auch ein Schutz nichts.

Sie plädieren für eine gesamt­österreichische dritte Liga. Warum?

nagel: Nicht nur ich, denn beim letzten Treffen der Erstliga-Vereine wurde mit 9:0 (bei einer Enthaltung) dafür gestimmt. Die zwei Zehnerligen in den beiden höchsten Klassen sind wegen der Attraktion und des TV-Geldes ideal. Aber zwei Absteiger aus der Ersten Liga wiederum sind zu viel. Andererseits sollten die Jungen gefördert werden, ansonsten leidet fast die ganze Liga unter permanenten Abstiegsstress. Eine dritte Liga mit 16 Klubs würde viel abfangen. Und da könnten die Fußballer auch durchaus auf Halbprofi-Basis arbeiten.