Diack soll eine Million kassiert haben

Sport / 06.11.2015 • 23:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ex-IAAF-Boss Lamine Diack hat Erklärungsbedarf. Foto: epa
Ex-IAAF-Boss Lamine Diack hat Erklärungsbedarf. Foto: epa

Leichtathletik-Ehrenpräsident bekam für Vertuschung positiver Dopingproben Geld.

Paris. Der frühere Leichtathletik-Weltpräsident Lamine Diack soll in seiner Amtszeit mehr als eine Million Euro für die Vertuschung positiver Doping-Proben kassiert haben. Dies erklärte die französische Staatsanwältin Eliane Houlette der Nachrichtenagentur AP.

„Alles, was wir wissen ist, dass es mehr als eine Million Euro sind und das Geld anscheinend über den russischen Leichtathletik-Verband transferiert wurde“, erklärte Houlette. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen von sechs Athleten, überwiegend Russen, auffällige Dopingproben vertuscht worden sein, sodass diese ihre Karrieren gegen Bezahlung fortsetzen konnten. Auf die Spur kamen die Ermittler Diack durch Informationen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Sie hatten Belege zum Doping-Fall der türkischen Olympiasiegerin von 2012, Asli Cakir Alptekin, entdeckt. Wie Houlette berichtet, soll der 1500-Meter-Läuferin angeboten worden sein, eine positive Doping-Probe von ihr verschwinden zu lassen, wenn sie dafür zahle.

Athleten-Gala abgesagt

Eine „sehr aktive Rolle“ soll bei diesen kriminellen Aktivitäten der Sohn von Lamine Diack, Papa Massata, gespielt haben. „Er ist ebenfalls in diese Affäre verwickelt“, bestätigte Houlette. Man würde ihn festnehmen, doch er sei derzeit nicht in Frankreich.Gegen Lamine Diack ist bereits von der französischen Justiz Anklage wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche erhoben worden. Der 82-Jährige aus dem Senegal war am vergangenen Sonntag festgenommen, nach zwei Tagen gegen Kaution aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Wegen des Skandals sagte die IAAF die „World Athletics Gala“ am 28. November in Monte Carlo ab. Diack ist formal noch Vorsitzender der IAAF-Tochter „Athletics Foundation“, die die Gala ausrichtet.