Erfolgsrezept Offensivvariante

Sport / 06.11.2015 • 22:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Doppeltorschütze Julian Wießmeier läuft nach seinem ersten Treffer zu Trainer Lassaad Chabbi. Foto: gepa
Doppeltorschütze Julian Wießmeier läuft nach seinem ersten Treffer zu Trainer Lassaad Chabbi. Foto: gepa

Mit zwei Treffern war Lustenaus Julian Wießmeier der Matchwinner im Austria-Duell (3:1).

Salzburg. Die Macht der Fans – eine besondere Geschichte bei Austria Salzburg. Diese sorgten im Duell mit der Austria aus Lustenau sogar dafür, dass der Partie kurzfristig der Abbruch drohte. Erst nämlich boykottierten die Anhänger die Partie, in Minute 33 – in Anlehnung an die Klubgründung 1933 – kehrten sie zurück und zündeten bengalische Feuer. Zudem wurde ein Transparent enthüllt, auf dem zu lesen war „Alle Schuldigen werden bezahlen“.

Sportlich präsentierten sich in Salzburg sowohl das Team der Hausherren als auch der Rasen in Maxglan als nicht erstligatauglich. Zu allem Überfluss versagte mit Spielbeginn noch die Stadionuhr. Da lief das Uhrwerk der Lustenauer schon bedeutend besser. Die Elf von Trainer Lassaad Chabbi schaffte den vierten Auswärtssieg in dieser Saison und damit auch wieder den Anschluss an die vordere Tabellenhälfte. Dort will man sich nach der Länderspielpause festsetzen – denn mit den Partien gegen Klagenfurt und Wr. Neustadt warten noch zwei Heimspiele auf die Grün-Weißen.

Geburtstagskind traf zweimal

Nach der 1:2-Niederlage in Grödig gegen Liefering waren die Lustenauer nur 72 Stunden später wieder auf Salzburger Boden gefordert. Im Duell mit dem Aufsteiger setzte Chabbi auf Offensive. Mit Sohn Seifedin Chabbi sowie Thiago ließ er zwei Spieler an vorderster Front beginnen. Das Ergebnis sollte dem Coach recht geben. Denn mit dem 3:1 revanchierte man sich für die 0:2-Heimniederlage vor zwei Monaten.

Fußballerisch war es kein Leckerbissen, dies ließen allein die schlechten Platzverhältnisse nicht zu. Umso zufriedener war man im Lager der Lustenauer mit dem perfekten Start in die Partie. Nach einer schönen Hereingabe von Bruno Felipe Souza stand Seifedin Chabbi goldrichtig und bugsierte das Leder ein wenig akrobatisch zur 1:0-Führung in die Maschen (4.). Für den 22-Jährigen war es der zweite Saisontreffer, am Dienstag hatte erstmals in Grödig getroffen. Mit der zweiten Chance dann erzielten die Lustenauer schon ihren zweiten Treffer. Nach einem kurz abgespielten Freistoß von Daniel Sobkova knallte Julian Wießmeier den Ball kurz vor der Halbzeit (44.) flach in die Maschen. Doch dem neunten Saisontreffer des Deutschen, der am Mittwoch seinen 23. Geburtstag gefeiert hatte, sollte noch Tor Nummer zehn folgen. Nach einer Vorlage von Pius Grabher besorgte er den 3:0-Zwischenstand (74). Dazwischen hatte Torhüter Christopher Knett mit zwei Glanzparaden gegen Valentin Grubeck gerettet (32./38.)

Sehr gute Chancenauswertung

In Tornähe war Lustenau einfach einen Tick effektiver – und so gab es am Ende am Erfolg der Vorarlberger nichts zu rütteln. Vom Trainer bestens eingestellt erledigte man die „Pflichtaufgabe“ mit Bravour. Mehr noch: Bei einer konsequenteren Chancenauswertung und etwas Glück im Abschluss hätte Lustenaus Sieg höher ausfallen können. Denn die Hausherren klärten nach Torschüssen von Seifedin Chabbi und Bruno Felipe für den geschlagenen Goalie auf der Torlinie.

Pius Grabher (Nummer 23) jubelt mit Bruno, rechts Seifedin Chabbi, links Julian Wießmeier. Foto: gepa
Pius Grabher (Nummer 23) jubelt mit Bruno, rechts Seifedin Chabbi, links Julian Wießmeier. Foto: gepa