Jung sein ist nicht immer ein Vorteil

06.11.2015 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Steuermann David Bargehr und Vorschoter Lukas Mähr haben sich die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Rio zum Ziel gesetzt. Foto: Privat
Steuermann David Bargehr und Vorschoter Lukas Mähr haben sich die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Rio zum Ziel gesetzt. Foto: Privat

470er-Segelduo David Bargehr und Lukas Mähr hat Olympia 2016 in Rio im Kopf und
Tokio 2020 im Visier.

Bregenz. (VN-jd) Vorarlbergs Anwärter für eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen im August kommenden Jahres in Rio de Janeiro sind an zwei Händen abzuzählen. Zwei heimische Sportler, die sich realistische Chancen ausrechnen, sind das Segelduo David Bargehr (26) und der um ein Jahr jüngere Lukas Mähr. Das Duo des YC Bregenz duelliert sich mit den Wienern Matthias Schmid und Florian Reichstädter (beide 34), die bereits zwei Mal an Olympischen Spielen teilgenommen haben, um den einen rot-weiß-roten Startplatz in der 470er-Klasse in Brasilien. Aktuell nehmen Schmid/Reichstädter, 2012 Neunte in London, mit 733 Punkten den 13. Rang in der Weltrangliste ein, mit 59 Zähler Rückstand liegen Bargehr/Mähr fünf Plätze dahinter. Die Entscheidung, welche OeSV-Crew die Farben Österreichs in Rio vertritt, soll nach der WM ab 20. Februar in San Ididro (Argentinien) fallen. „Wir hatten im Anschluss an das eben erst zu Ende gegangene Weltcupfinale in Abu Dhabi eine Teamsitzung. Dabei wurde noch einmal klar darauf hingewiesen, das nicht eine explizite Platzierung, sondern der Gesamteindruck und das Entwicklungspotenzial als erstes Kriterium herangezogen werden“, erklärt Vorschoter Mähr.

Obwohl ihre Gegner mit EM-Silber 2014 in der Qualifikation sozusagen einen kleinen Bonus im Duell um das Olympia-Ticket vorweisen können, geben sich Bargehr/Mähr zuversichtlich, in der verbleibenden Zeit noch den entscheidenden Vorsprung herausholen zu können. „Wolfgang Mayrhofer, Referent für Leistungs- und Spitzensport beim OeSV, hat in Abu Dhabi noch einmal klar darauf hingewiesen, dass beide Teams noch die gleichen Chancen haben“, so Bargehr. „Für unsere Gegner spricht im Moment die größere Routine, für uns die Jugend. Obwohl im Segelsport die Erfahrung neben dem Material einen enorm wichtigen Leistungsfaktor darstellt, und wir hier einen vermeintlichen Nachteil haben, werden wir bis zur letzten Wettfahrt um unsere Chance mit aller Kraft kämpfen.“ Sowohl Bargehr als auch Mähr geben sich im Fernduell mit Schmid/Reichsstädter keinen Illusionen hin: Mähr: „Der Segelsport ist nicht nur auf dem Wasser eine Kopfsache. Im Moment pflegen wir ein freundschaftliches Verhältnis. Doch je näher die Entscheidung rücken wird, wird sich das Klima sicher noch verändern. Wir beschäftigen uns nicht mit ihnen, denn das würde nur zusätzliche Energie kosten, die uns von unserem Weg abbringen könnte.“

In Tokio um Medaille mitreden

Einen Plan B, falls es mit der Teilnahme in Rio nicht klappen sollte, hat das Duo des YC Bregenz nicht in der Tasche. „Wir haben unsere sportliche Zielsetzung auf einem Vier-Jahres-Plan ausgelegt und bis Ende 2016 werden wir daran keine Korrektur vornehmen. In London haben wir als Ersatzteam die erste Olympia-Erfahrung gemacht, in Rio wollen wir ein erstes Zeichen setzen und 2020 in Tokio um eine Medaille mitreden“, so Mähr optimistisch.

Wir haben noch Luft nach oben und unser Leistungszenit ganz sicher noch nicht erreicht.

David Bargehr