Ein harter Pfiff gegen Abfang-Jäger

Sport / 08.11.2015 • 21:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit aller Macht stemmte sich Lukas Jäger gegen die Angriffe der Admira. Im Bild sehr erfolgreich gegen Srdjan Spiridonovic, den Besten im Team der Südstädter. Foto: gepa
Mit aller Macht stemmte sich Lukas Jäger gegen die Angriffe der Admira. Im Bild sehr erfolgreich gegen Srdjan Spiridonovic, den Besten im Team der Südstädter. Foto: gepa

Trotz bitterer Elferentscheidung freut sich Altach über das erste Saison-Remis.

Maria Enzersdorf. Als Schiedsrichter Harald Lechner in der 73. Minute Richtung Dominik Starkl lief, dachte nicht nur SR-Beo­bachter Thomas Steiner in der Südstadt, er würde dem Admira-Angreifer Gelb für eine Schwalbe zeigen. Stattdessen gab es Strafstoß und eine Verwarnung für Altachs Lukas Jäger. Zwischen dessen Beinen hatte Starkl eingefädelt und sich theatralisch fallen gelassen. So nahmen die Rheindörfler mit dem 1:1 zwar erstmals seit mehr als einem Monat wieder einen Auswärtspunkt mit ins Ländle, ein Dreier wäre ohne die umstrittene Entscheidung aber drin gewesen. Die Gretchenfrage, ob der Penalty gerechtfertigt war, entzweite nicht nur die Experten.

Während der Kommentator ein klares Foul von Jäger erkannt haben wollte, waren Heribert Weber und Alfred Tatar im Studio anderer Meinung: „Ganz klar kein Elfer!“ Ausgerechnet Lukas Jäger, der mit seiner Mannschaft am Freitag noch bei Fritz Stuchlik eine Regelschulung absolvierte, zeigte Verständnis für den Mann mit der Pfeife: „Ich habe Starkl am Knie berührt. Man kann ihn geben.“

Teamgoalie Lukse überragend

Fast hätte Andreas Lukse den Elfer von Christoph Schösswendter sogar pariert. „Ich hatte Glück. Lukse hat lange gewartet, bis er sich bewegt hat. Da reicht es normal, wenn der Ball nicht so platziert ist.“ Lukse brachte den Arm aber noch an den Ball. Die Parade wäre die Krönung für eine überragende Leistung des Altacher Schlussmannes gewesen. Der Wiener bewies einen Tag vor seinem 28. Geburtstag, dass ihn Teamchef Marcel Koller zu Recht für das Länderspiel gegen die Schweiz statt dem verletzten Robert Almer nominierte. „Zwei Mal hat er uns mit seinen Paraden im Rennen gehalten“, gestand Sportdirektor Georg Zellhofer.

Abfang-Jäger bremst Admira

Altachs Taktik mit der Fünfer-Abwehr, die schon gegen Salzburg und Austria gut funktionierte, ging in der ersten Hälfte voll auf. Lukas Jäger machte als Abfangjäger zwischen der Viererkette die Räume so dicht, dass die Admiraner überhaupt nicht ins Spiel kamen. Schösswendter: „Wir haben zu sehr durch die Mitte und damit Altach in die Karten gespielt.“ Altach selbst nutzte die Räume über die Flügel mit Hofbauer und Luxbacher, der sich über sein zweites Saisontor freute: „Wir wussten, die Admira ist dort verwundbar.“

Im zweiten Durchgang übernahm die Admira das Kommando, weil Altach den flinken Srdjan Spiridonovic überhaupt nicht in den Griff bekam. Die nun anstehende Länderspielpause kommt Trainer Damir Canadi gerade recht: „Normalerweise nützen wir sie, um uns zu verbessern. Diesmal werden wir uns zusammenflicken.“ Dann dürfte sich die lange Verletztenliste endlich lichten, auch Hannes Aigner könnte wieder an Bord sein. Umso wichtiger, muss sich der SC Rheindorf doch im nächsten Heimspiel gegen Wolfsberg (am 21.11.) den Tabellenkeller vom Leib halten. „Ein sehr wichtiges Spiel“, weiß Zellhofer.

Wir wussten, dass die Admira über die Flügel verwundbar ist.

dANIEL lUXBACHER
Mit der linken Hand war Goalie Lukse beim Elfer am Ball. Foto: gepa
Mit der linken Hand war Goalie Lukse beim Elfer am Ball. Foto: gepa
Daniel Luxbacher überwindet Admira-Torhüter Jörg Siebenhandl und erzielt seinen zweiten Bundesliga-Treffer. Foto: gepa
Daniel Luxbacher überwindet Admira-Torhüter Jörg Siebenhandl und erzielt seinen zweiten Bundesliga-Treffer. Foto: gepa

Fußball

Die Zahlen zum Spiel

Admira W. Mödling Cashpoint SCR Altach

12 Schüsse gesamt 9

 8 Schüsse auf das Tor 5

61 % Ballbesitz 39 %

 7 Ecken 5

2 Flanken aus dem Spiel 5

15 Freistöße 12

 1 Abseits 7

 2 Handspiele 0

14 Fouls* 15

Legende: * exklusive Handspiel