Ein Titel mit schalem Beigeschmack

Sport / 08.11.2015 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit Sieg in Valencia zum WM-Titel in der MotoGP-Klasse: Jorge Lorenzo feiert und wird gefeiert.  Fotos: Apa/AP
Mit Sieg in Valencia zum WM-Titel in der MotoGP-Klasse: Jorge Lorenzo feiert und wird gefeiert. Fotos: Apa/AP

Lorenzo schnappte Rossi die zehnte Krone weg – fragwürdige Hilfe von Marquez.

VAlencia. Jorge Lorenzo müssen bei der Zieldurchfahrt Felsbrocken von den Schultern gefallen sein, ehe sich die Freude über seinen fünften Weltmeistertitel entlud. Mit seinem Sieg im letzten Rennen kürte sich der Spanier in Valencia zum MotoGP-Champion und entriss Superstar Valentino Rossi dessen zehnten Titel. Im spannendsten Finale einer WM entschieden am Ende fünf Punkte über Sieg und Platzierung. Was nach einer spannenden Saison in jedem Fall bleibt, ist ein schaler Beigeschmack.

Denn was sich in den letzten drei MotoGP-Rennen abspielte, war nicht immer von Fairness geprägt. Die Dauerfehde zwischen Marc Marquez und Rossi wurde zu einem Problem und meisterschaftsentscheidend. Sowohl in Australien als auch Malaysia fuhr Marquez offensichtlich für Lorenzo, was Rossi zu einer folgenschweren Aktion provozierte. Seine Attacke in Sepang brachte ihm für Valencia den letzten Startplatz ein. Von dort rauschte Rossi zwar auf Platz vier nach vorn, doch hätte Lorenzo nicht gewinnen dürfen.

Pfiffe für den Lokalmatador

Und wieder spielte Marquez dabei eine zumindest fragwürdige Rolle. Er war eher Lorenzos Adjutant als sein Konkurrent, blieb stets hinter ihm anstatt anzugreifen und vorbeizufahren, was durchaus möglich gewesen wäre. „Ich wollte in den letzten beiden Runden attackieren, aber nach dem Manöver von Dani Pedrosa haben wir ein bisschen Zeit verloren“, entschuldigte er sich. Dass ihm das nicht alle glaubten, zeigten die Pfiffe auch zahlreicher spanischer Landsleute bei der Siegerehrung.

Rossi nahm alles mit einem süßsauren Lächeln zur Kenntnis. Der Altmeister wusste, dass er den Titel nicht in diesem Rennen, sondern schon vorher verloren hatte, als er das eine oder andere Mal auf Platz anstatt auf Sieg gefahren war.

Fraglos aber ist Lorenzo ein würdiger Weltmeister. Er war über die Saison gesehen der schnellste Fahrer im Feld, erkämpfte sieben Siege und fünf weitere Podestplatzierungen. Der gebürtige Mallorciner hatte bis auf einen Ausfall in Misano einen fünften Rang als schlechteste Platzierung. Damit hielt er seinen Yamaha-Teamkollegen Rossi in Schach.

Platz vier reichte Valentino Rossi nicht. Foto: ap
Platz vier reichte Valentino Rossi nicht. Foto: ap

Motorrad

Großer Preis von Valencia

MotoGP 30 Runden á 4,005 km/120,15 km

1. Jorge Lorenzo (ESP) Yamaha 45:59,364 Min. (156,7 km/h Schnitt)

2. Marc Marquez (ESP) Honda +0,263 Sek.

3. Dani Pedrosa (ESP) Honda +0,654

4. Valentino Rossi (ITA) Yamaha +19,789

5. Pol Espargaro (ESP) Yamaha +26,004

6. Bradley Smith (GBR) Yamaha +28,835

WM-Endstand (nach 18 von 18 Rennen): 1. und Weltmeister Lorenzo 330 Pkt., 2. Rossi 325, 3. Marquez 242, 4. Pedrosa 206, 5. Andrea Iannone (ITA) Ducati 188, 6. Smith 181

Moto2 18 Runden á 4,005 km/72,09 km

1. Tito Rabat (ESP) Kalex 28:48,831 Minuten (Schnitt: 150,1 km/h)

2. Alex Rins (ESP) Kalex +0,309 Sekunden

3. Thomas Lüthi (SUI) Kalex +3,347

4. Lorenzo Baldassarri (ITA) Kalex +3,644

5. Sam Lowes (GBR) Speed up +5,140

6. Luis Salom (ESP) Kalex +9,499

WM-Endstand (18 von 18): 1. und Weltmeister Johann Zarco (FRA) Kalex 352 Pkt., 2. Rins 234, 3. Rabat 231, 4. Lowes 186, 5. Lüthi 179, 6. Jonas Folger (GER) Kalex 163

Moto3 24 Runden á 4,005 km/96,12 km

1. Miguel Oliveira (POR) KTM 40:09,792 Min.

2. Jorge Navarro (ESP) Honda +0,198 Sek.

3. Jakub Kornfeil (CZE) KTM +2,090

4. Brad Binder (RSA) KTM +2,121

5. Enea Bastianini (ITA) Honda +2,975

6. Isaac Vinales (ESP) KTM +3,343

9. Danny Kent (GBR) Honda +9,914

WM-Endstand (18 von 18): 1. und Weltmeister Kent 260, 2. Oliveira 254, 3. Bastianini 207, 4. Romano Fenati (ITA) 176, 5. Niccolo Antonelli (ITA) 174.