Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Im Jubel alle gleich

Sport / 08.11.2015 • 21:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

736 Fußballer gehörten zu den Kadern der 32 für die WM 2014 in Brasilien qualifizierten Nationalteams. 83 wurden nicht in dem Land geboren, für das sie bei der Weltmeisterschaft angetreten waren. Beeindruckend? Es gibt diesbezüglich noch mehr an eindrucksvollem Zahlenmaterial. 210 Spieler der WM-Endrunde besitzen eine Doppelstaatsbürgerschaft. Gut 22 Prozent aller Kicker der Teams aus Europa weisen einen migrantischen Hintergrund auf.

Der Sport spielte schon immer eine bedeutende Rolle in Sachen Zusammenleben, Einbürgerung oder gemeinsames Streben. Erfolge und Niederlagen auskosten, über Nationalitäten hinweg – ob Profis oder Amateure, Sport hat eine Vorreiterrolle. Im Bewusstsein einer solchen ist die Idee für ein Benefizspiel entstanden. Ein Fußballmatch wird sicherlich nicht die aktuellen Probleme in der Flüchtlingsthematik lösen. Es kann aber ein Denkanstoß sein, für ein Mit- und Füreinander. Wegschauen hilft nicht und so wollen Vorarlbergs Sportler für eine sachliche Diskussion einstehen.

Vielleicht haben wir es ob des grassierenden Hypes um das österreichische Fußball-Nationalteam schon vergessen: Beim historischen Erfolg in Schweden (4:1) standen nicht weniger als fünf Migranten in der Startelf. Insgesamt sind es zwölf Spieler des aktuellen Teamkaders, die einen Migrations-Hintergrund haben.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211