Freundschaft wird bleiben

Sport / 12.11.2015 • 22:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Thomas Berger zieht es nach acht Jahren Tätigkeit bei den Bregenzer Handballern nach Oberösterreich zurück. Foto: steurer
Thomas Berger zieht es nach acht Jahren Tätigkeit bei den Bregenzer Handballern nach Oberösterreich zurück. Foto: steurer

Bregenz-Handball-Geschäftsführer Thomas Berger verlässt mit Saisonende den Verein.

Bregenz. (VN-jd) Nach acht Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit wird Thomas Berger seinen Posten als Geschäftsführer bei Bregenz Handball mit Saisonende abgeben. Der 31-jährige Linzer legt aber besonderen Wert darauf, dass die Beendigung seiner Tätigkeit ausschließlich privater Natur ist. „Diese Entscheidung ist mir sehr, sehr schwer gefallen. Aber ich möchte wieder näher bei meiner Familie in Linz sein und mit meiner langjährigen Freundin Teresa ein gemeinsames Leben aufbauen“, betont Berger.

Begonnen hatte alles im Herbst 2007, als Berger im Rahmen seines Kommunikationsstudiums an der Fachhochschule Wien zum Thema „Stadtmarketingkonzept Eggenburg als Plattform für einen Handballverein“ erstmals mit dem damaligen Bregenz-Geschäftsführer Roland Frühstück in Kontakt kam. „Der Handballsport hat mich schon in frühester Jugend in den Bann gezogen. Zunächst als Jugendlicher in Linz und später während meines Studiums in Eggenburg, wo ich vier Jahre in der Landesliga gespielt habe. Ich habe die Blütezeit von Linz miterlebt und war nach den Gesprächen mit Roland überwältigt von der Art und Weise, wie Bregenz den Olymp des nationalen Männerhandballsports erklommen hat.“

Die Chance genützt

Als im Sommer 2008 Sebastian Manhart, heute Geschäftsführer im Sportservice Vorarlberg, seine Tätigkeit bei Bregenz beendete, erinnerte sich Frühstück an den smarten Burschen aus Linz. „Eigentlich wollte ich damals nach meinem Studium eine Weltreise machen. Doch als ich zum Hearing eingeladen wurde, war für mich klar, dass ich diese Chance nützen muss.“ Von 2008 bis Dezember 2011 war Berger Marketing- und Büroleiter, ehe er in einer Nacht- und Nebelaktion zum Geschäftsführer befördert wurde. „Wir waren gerade im Europacup in Estland zu Gast, als Roland das Angebot des Klubobmannes bekam. Da der gesamte Vorstand mit in Estland war, gab es noch am selben Abend ein Gespräch mit dem Ergebnis, dass ich ab Montag neuer Geschäftsführer bin“, erinnert sich Berger. „Für mich war es einfach eine Möglichkeit, mich noch intensiver in die Arbeit einbringen zu können. Dabei war meine Position oder Stellung stets nachrangig. Meine innere Triebfeder oder Anspruch war, durch meine Arbeit eine Plattform und Bühne innerhalb des Vereins zu schaffen, mit der das Image und das Erscheinungsbild des Vereins gestärkt und ein Kulturwechsel in der Denkweise im Klub zu erwirkt wird. Obwohl man über seine eigene Arbeit kein Urteil abgeben sollte, denke ich, dass mir dies ganz gut gelungen ist und ich einen wertvollen Teil dazu beigetragen habe, dass der Verein fit für die Zukunft ist.“

Über seine berufliche Tätigkeit ab dem Sommer 2016 hat sich Berger noch keine konkreten Gedanken gemacht. „Ob sich die 2008 aufgeschobene Weltreise ausgeht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall möchte ich aber in meiner Auszeit eine Zentralalpendurchquerung vom Boden- zum Neusiedlersee machen. Dies ist so etwas wie mein persönlicher Jakobsweg und darauf freue mich mich ganz besonders.“

Zeit und Leute nie vergessen

Aus sportlicher Sicht hofft Berger, dass er Bregenz als Meister verlassen kann. „Ich bin 2008 zum regierenden HLA-Titelträger gekommen und hoffe, dass meinem Nachfolger dieselbe Ehre zuteil wird. Unabhängig ob Meister oder nicht, werde ich die Zeit in Bregenz sicher vermissen und ganz sicher nie vergessen. Die Stadt und der Verein sind in den acht Jahren wie eine zweite Familie für mich geworden, und die Freundschaft zu den Menschen im Umfeld des Vereins wird immer bleiben.“

Die Zukunft des Vereins liegt in der Breite mit einer klug ausbalancierten Spitze.

Thomas Berger