Klitschko hat ein Therapieangebot

12.11.2015 • 20:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Training beim Stanglwirt in Going: Wladimir Klitschko bringt sich für den WM-Kampf in einer Woche gegen Tyson Fury in Form. Foto: apa
Training beim Stanglwirt in Going: Wladimir Klitschko bringt sich für den WM-Kampf in einer Woche gegen Tyson Fury in Form. Foto: apa

Der ukrainische Boxstar verteidigt in der Düsseldorf-Arena alle vier WM-Titel.

Innsbruck. Es hat schon Tradition, dass sich Wladimir Klitschko in den Tiroler Bergen beim Stanglwirt in Going auf seine WM-Kämpfe vorbereitet. Der Ukrainer und aktuelle Titelträger nach Versionen der IBF, WBO, WBA und IBO will am Samstag in einer Woche in der Düsseldorf-Arena gegen den Briten Tyson Fury seine Titel verteidigen und als „Dr. Steelhammer“ der unumschränkte Boxer im Ring bleiben.

Wobei auf den 1,98 Meter großen Klitschko mit dem fünf Zentimeter größeren Fury diesmal ein unangenehmer Gegner wartet. „Noch dazu hat er einen sehr unorthodoxen Boxstil. Da muss ich mich im Training darauf einstellen, auch weil er ein Rechtsausleger ist“, sagte Klitschko bei einem Pressegespräch in Tirol. Trotzdem ist er zuversichtlich, auch diesen Kampf zu gewinnen.

Umstellen muss sich der Ukrainer auch auf eine etwas ungewöhnliche Kulisse, denn für den 39-jährigen Schwergewichtler ist es erst der siebente Kampf in einer großen Arena. Bisher bestritt Klitschko 67 Profikämpfe, wovon er nur drei verlor. „Aber in einer Arena ist der Weg in den Ring ewig lang. Aber ich konzentriere mich einfach, da bin ich in einem Time-Tunnel. Das ist wichtig, um dann den Gegner anzufühlen. Im Ring bin ich wie der Pawlowsche Hund, der plötzlich Speichelfluss entwickelt.“

Unter der Gürtellinie

Auch die Stimmung in einer großen Arena sei anders. „Mehr Leute, das spürt man, muss es aber ausblenden. Diesmal werden auch viele Briten hier sein.“ Klitschkos Gegner ist 27 Jahre alt und gewann seine 24 Profikämpfe. Im Vorfeld des Kampfes sorgte Fury für Aufsehen, als er Homosexualität und Abtreibung verdammte und zugleich den Weltuntergang ankündigte. „Das sind Aussagen unter der Gürtellinie und negativ für den Sport. Es trifft mich zwar nicht persönlich, aber es ist mir peinlich, das anzuhören“, nahm Klitschko klar Stellung. „Umgekehrt braucht Fury eine Therapie, und die beste ist der Kampf. Auch ich bin aus Niederlagen stärker hervorgegangen und habe gewonnen, für mein Leben.“