Ein weinendes und ein lachendes Auge

13.11.2015 • 19:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach der Zieldurchfahrt wurde Kurt Adam (l.) geehrt. Fotos: motorpics
Nach der Zieldurchfahrt wurde Kurt Adam (l.) geehrt. Fotos: motorpics

Hut ab, Kurt Adam. Der 79-Jährige aus Wolfurt trat endgültig von der Rallye-Bühne ab.

Schwarzach. Es ist vollbracht! Mit 79 Jahren gewann Kurt Adam den Rallye Pokal P3 der OSK 2015 – und tritt als Meister vom aktiven Rennsport zurück. Damit verliert Österreichs Rallye-Sport eine Legende, die sich mehr als 60 Jahre lang dem Auto- bzw. Motorradsport verschrieben hat. Für den Wolfurter, der 2014 seine Ehefrau und jahrzehntelange Beifahrerin Hanide nach einer langen Krankheit verlor, endet damit eine wunderschöne Zeit. Am Ende sagte er mit einem weinenden und auch lachenden Auge „Danke“ – für alle Helfer und Fans. „Ich habe sicherlich nicht viel Geld zur Verfügung gehabt, aber ich habe immer mein Herzblut in den Sport investiert“, freut sich der rüstige Senior nun auf ein Leben am Rande der Rallyepisten.

Nur noch einzelne Rennen

Gut möglich also, dass Kurt Adam bei der einen oder anderen Rallye noch einmal kurz in ein Auto sitzt, aber 2015 war definitiv seine letzte volle Meisterschaftssaison. Und sollte es ihn dennoch einmal reizen, dann „fahre ich nur zum Vergnügen ein paar Runden“. Und so stand der Vorarlberger zum Abschluss der diesjährigen Saison, bei der Waldviertler-Rallye, im Mittelpunkt. Stilvoll mit Zylinder und Frack überquerte er zusammen mit Beifahrerin Gerlinde Krenn in seinem Seat Ibiza Cupra 16V die Zielrampe in Admont. Dabei musste er noch vorsichtig sein, denn eine beschädigte Vorderradaufhängung machte ihm in der Schlussphase großes Kopfzerbrechen. Bei einem Ausritt in einen Erdhaufen kam es zu der Beschädigung. Ende gut, alles gut – die nächsten Wochen wird Adam wohl noch ein wenig unter dem Auto verbringen, dann allerdings wird sich der 79-Jährige einen Urlaub gönnen.

Begonnen hatte für ihn alles in den Fünfzigerjahren auf zwei Rädern. 1967 dann wechselte der Speeway-Pilot, der auch einen Punkt in der Weltmeisterschaft ergatterte, ins Rallyeauto. „In diesem Sport musst du flexibel sein, jede einzelne Sonderprüfung kann im zweiten Durchlauf schon wieder anders sein.“ Finanziell musste sich Adam in all den Jahren nach der Decke strecken, kleinere Sponsoren hielten dem Wolfurter aber jahrelang die Treue. Zudem stand ihm Daniel Klingenberg über Jahre als Mechaniker und Freund zur Seite. Jetzt, da es vorbei ist, macht sich bei Adam auch ein wenig Wehmut breit.

Bei der „Waldviertler“ gab Kurt Adam noch einmal Vollgas.
Bei der „Waldviertler“ gab Kurt Adam noch einmal Vollgas.