Wachsames Auge auf Cupspiel

Sport / 13.11.2015 • 20:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nicolas Mohr, Torhüter der Amateure der Lustenauer Austria, hofft vor allem darauf, dass er das Spielgerät fest im Griff hat. Foto: VN-Stiplovsek
Nicolas Mohr, Torhüter der Amateure der Lustenauer Austria, hofft vor allem darauf, dass er das Spielgerät fest im Griff hat. Foto: VN-Stiplovsek

Viel Wirbel um die VFV-Cuppartie zwischen den Amateuren der Austria und von Altach.

lustenau. Gut 24 Stunden lang glühten die Telefondrähte zwischen Lustenau (Austria und Polizeiposten), Altach (SCRA) und Dornbirn (Bezirkshauptmannschaft), dann endlich gab es grünes Licht für das Achtelfinal-Spiel im VFV-Toto-Cup zwischen den Amateuren der Grün-Weißen und der Rheindörfler. Der Ankick erfolgt heute planmäßig um 14 Uhr – und das alles unter dem wachsamen Auge einer Einsatzeinheit der Exekutive.

Gefahrenanalyse im Vorfeld

Mag. Claudia Feurstein von der BH Dornbirn bestätigte gegenüber den VN, dass sehr konkret über eine Absage bzw. Verschiebung der Partie nachgedacht wurde. So war kurzfristig von einem neuen Termin am Dienstag die Rede. Nicht nachvollziehbar für Altach-Geschäftsführer Christoph Längle, der klare Worte fand: „Dann wäre der Fußball der Verlierer gewesen. Aus meiner Sicht wäre eine solche Vorgangsweise kontraproduktiv für unsere Bemühungen, den Fußball im Land positiv zu vermarkten.“

Ausgangspunkt der Diskussion war eine Gefährdungsanalyse, die bei Spielen zwischen Altach und der Lustenauer Austria von szenekundigen Beamten durchgeführt werden. Für die Exekutive eine normale Sache. Aufgrund der Informationen vor dem Spiel kehrte aber plötzlich Hektik ein. Wie aus Exekutivkreisen zu erfahren war, musste damit gerechnet werden, dass befreundete Fangruppierungen aus Davos und Augsburg das Spiel für ihre altbekannten Auseinandersetzungen nützen würden. Daraufhin wurde die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn aktiv und forderte die Vereine zu einer Stellungnahme auf.

Behörde rechtfertigt Aufwand

„Wir haben mit unseren Fans gesprochen und keinerlei Hinweis auf deratig geplante Aktivitäten erhalten“, verstand Altachs Längle die Aufregung nicht wirklich. Seitens der Rheindörfler jedenfalls wollte man einer Verschiebung auf Dienstag nicht zustimmen. Auch weil dem Spiel aus Altacher Sicht keine allzu große Bedeutung zugemessen wurde. „Für uns hat die Meisterschaft klar Vorrang“, so Längle, „deshalb waren die letzten drei Spiele in der Regionalliga sportlich weitaus wichtiger.“

Die Fanfreundschaft der Altacher mit den Anhängern des Eishockey-Klubs HC Davos sei aus Sicht von Längle deshalb nicht relevant, weil vielmehr SCRA-Fans dem Liga-Heimspiel der Schweizer am Samstagabend beiwohnen werden.

Seitens der Behörde rechtfertigte man den Austausch im Vorfeld der Partie. Man habe aus der Vergangenheit gelernt, sagte Feurstein und sei diesbezüglich hellhöriger geworden. Aus Sicht von Längle dennoch eine überzogene Aktion. „Wir in Vorarlberg haben kein Hooligan-Problem.“ Dass auf Lustenauer Seite aufgrund der verschärften Sicherheitsauflagen keine Freude über die Mehrkosten herrscht, versteht Längle. „Das will niemand – und es ist einfach nur traurig, dass es so ist.“

Mehrkosten über 1000 Euro

Austrias Geschäftsführer Daniel Ernemann, seines Zeichens aus Trainer der Amateurmannschaft, reagierte ob der Aufregung der vergangenen 24 Stunden ein wenig genervt. „Seitens des Vereines können wir das Gefährdungspotenzial nicht einschätzen. Wir haben ebenfalls intensiv mit unseren Fans gesprochen und ebenfalls kein Gefahrenpotenzial erkennen können.“

Seitens der Austria hat man dennoch auf die Vorgaben in puncto Sicherheit reagiert. So werden mehr Ordner und mehr Personen der Security-Firma ÖWD im Stadion zugegen sein und für Ordnung sorgen. „Ich gehe eigentlich davon aus, dass alles ruhig sein wird.“ Ausschließen aber könne man nichts. Schon jetzt aber weiß man seitens der Austria, dass die Auflagen Zusatzkosten in einem niedrigen vierstelligen Bereich bedeuten. „Knapp über 1000 Euro“, verrät Ernemann, der sich nach den organisatorischen Komplikationen im Vorfeld der Partie nun aber auf das Sportliche konzentrieren möchte. Als Tabellenzweiter der Vorarlbergliga will man da eine Überraschung abliefern.

Eine Verschiebung oder gar eine Absage wäre ganz schlecht für das Image des Fußballs gewesen.

Christoph Längle

Hoffentlich ist der ganze Organisations-Aufwand zu viel.

Daniel Ernemann