Weg nach Rio führt nur über Reformen

15.11.2015 • 21:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Neuer Job für Stabhoch-Ikone Jelena Issinbajewa. Foto: ap
Neuer Job für Stabhoch-Ikone Jelena Issinbajewa. Foto: ap

Saubermachen im russischen Sport: Jelena Issinbajewa als Frontfrau.

Genf. Aufklären, aufräumen, abstrafen: Nach dem Weckruf durch eine historische Strafe will die Sportgroßmacht Russland zügig Reformen einleiten und einen Bann für Olympia in Brasilien abwenden. Sommerspiele 2016 ohne russische Leichtathleten – erstmals seit dem Boykott 1984? Mit diesen Gedanken wollen sich die Mächtigen in Moskau gar nicht erst befassen. Doch dann müssen Worten schnell Taten folgen. Ansonsten droht bei den Spielen am Zuckerhut in der olympischen Kernsportart ein „Rio ohne Russen“.

Als Konsequenz aus dem gigantischen Dopingskandal soll die gesamte Führungsriege im russischen Leichtathletik-Verband ausgewechselt werden. Innerhalb der kommenden drei Monate solle es vorgezogene Neuwahlen geben, kündigte das Sportministerium an. Zur Bewältigung des Skandals brachte Sportminister Witali Mutko die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa als „Reformerin“ des dopingbelasteten Verbands ins Spiel: „Sie ist eine Bewerberin für ein leitendes Amt.“ Dafür werden vorher aber wohl Köpfe rollen. „Belastete Funktionäre werden unseren Verband verlassen müssen“, sagte Mutko dem TV-Sender Rossija-1.

Taten setzen

Die Krise kann nach Meinung von IAAF-Präsident Sebastian Coe nur mit Dialog und Engagement bewältigt werden. „Unsere beste Hoffnung, die sauberen Athleten zu schützen, liegt darin, uns unnachgiebig zu ihnen zu bekennen, nicht nur mit Worten, sondern auch mit unseren Taten“, schrieb der Brite in einer Kolumne im „Telegraph“. „Aber die Reise zum Wiederaufbau von Vertrauen wird mein Mandat als Präsident überdauern.“

Das IAAF-Council hatte die Gesamtrussische Föderation vorläufig aus dem Weltverband ausgeschlossen und damit auf die gravierenden Verletzungen des Anti-Doping-Codes der WADA reagiert. Moskau darf nun bis auf Weiteres keine Sportler mehr zu internationalen Veranstaltungen schicken.