Kleiner Dämpfer zum Ausklang

17.11.2015 • 22:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim zweiten Treffer durch Haris Seferovic (Nummer 9) war der Götzner Ramazan Özcan chancenlos. Foto: apa
Beim zweiten Treffer durch Haris Seferovic (Nummer 9) war der Götzner Ramazan Özcan chancenlos. Foto: apa

Österreich kassierte zum Jahresabschluss eine 1:2-Heimniederlage gegen die Schweiz.

Wien. Das verflixte letzte Spiel in einem Jahr. Nur ein Match in den letzten acht Jahren – 2013 gegen die USA (1:0) – hat Österreich gewonnen. Auch das Prestigeduell gegen die Schweiz wurde verloren (1:2). Österreich beendete zwar das 20. Spiel in Folge mit einem Torerfolg, doch im achten Saisonspiel verlor man erstmals. Damit verpasste die Elf von Teamchef Marcel Koller auch den Sprung auf einen einstelligen Weltranglistenplatz.

Abseitstor Fehlentscheidung

Es war kein gewöhnliches Länderspiel, schon allein aufgrund der allgegenwärtigen Terrorangst. Zudem war es der fünfte Länderspiel-Einsatz für Torhüter Ramazan Özcan. Der Vorarlberger kam, wie im Vorjahr zum Jahresabschluss (Brasilien 1:2) zum Einsatz, dieses Mal aber als Nummer eins von Beginn an. Schon nach 25 Sekunden musste der Vorarlberger nach einem Rückpass klären. Auch danach stand der 31-Jährige mehrmals im Fokus, denn in der Defensive wirkten seine Vorderleute bei den schnellen Vorstößen der Gäste oft unkonzentriert. So auch beim 0:1, als ein Abstoß von „Rambo“ postwendend von Florian Klein zurückgespielt und von David Alaba per Kopf in die Schnittstelle verlängert wurde. Özcans Rettungsversuch kam zu spät, Haris Seferovic überhob den aus dem Tor laufenden Keeper zum 0:1 (9.). Wenig später profitierte Alaba nach einem scharfen Pass von Marcel Sabitzer vom ungewohnten Handspiel von Stephan Lichtsteiner. Der servierte dem Bayern-Star den Ball perfekt vor die Füße und dieser ließ sich nicht zweimal bitten – 1:1 (13.). Im Vorfeld hatte der ÖFB-Teamchef vor der Cleverness seiner Landsleute gewarnt. Und prompt wurde er kurz vor der Halbzeit in seinen Worten bestätigt. Martin Hinteregger, der früh (3.) für den verletzten Sebastian Prödl kam, vermochte Xherdan Shaqiri nicht zu stoppen und dann ließ sich die Hintermannschaft bei Mehmedis Flankenball vorführen. Weil Seferovic dem Ball mit der Fußspitze noch eine entscheidende Wende gab, war Özcan ein zweites Mal geschlagen (38.).

Davor hatte die rot-weiß-rote Elf ihre beste Phase, in der auch ein Kopftor von Rubin Okotie (36.) nach einem Freistoß wegen Abseits nicht gegeben wurde. Eine klare Fehlentscheidung.

Viele Möglichkeiten

Zur Pause stellte der Teamchef um, beorderte Alaba in die Spitze und ließ Stefan Ilsanker dessen Defensivpart im Mittelfeld einnehmen. Damit wurde das Zentrum verstärkt und zugleich wurde der Druck auf das Tor der Gäste erhöht. Schon vor der Pause hatten die Heimischen mehr Spielanteile, nun schnürte man den Gegner zeitweise ein.

Der Ball lief bestens durch die eigenen Reihen, allein im Abschluss ließ man einfach zu viele gute Möglichkeiten ungenützt. So etwa scheiterte Stefan Ilsanker nach einer Superaktion über Alaba und Marko Arnautovic, der mit der Brust weiterleitete, allein vor Goalie Yann Sommer (73.).

Aufmerksame Polizisten beobachteten vor dem Spiel Österreich gegen die Schweiz die Situation beim Ernst-Happel Stadion. Foto: apa
Aufmerksame Polizisten beobachteten vor dem Spiel Österreich gegen die Schweiz die Situation beim Ernst-Happel Stadion. Foto: apa
Das Stadion war nicht wie zuletzt ausverkauft. 27.600 Zuschauer wollten das Duell zwischen Österreich und der Schweiz sehen.  Foto: apa
Das Stadion war nicht wie zuletzt ausverkauft. 27.600 Zuschauer wollten das Duell zwischen Österreich und der Schweiz sehen. Foto: apa
David Alaba erzielte den Ausgleich für Österreich zum 1:1. Eine unglückliche Rückgabe des Bayern-Stars führte zum 1:0 für die Schweiz.  Foto: apa
David Alaba erzielte den Ausgleich für Österreich zum 1:1. Eine unglückliche Rückgabe des Bayern-Stars führte zum 1:0 für die Schweiz. Foto: apa