Das „Loch“ ist gestopft

18.11.2015 • 21:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heinz Kuttin. 
               Foto: gepa

Heinz Kuttin.

Foto: gepa

Für Springer-Cheftrainer Heinz Kuttin ist sein Adler-Team kompakter geworden.

Wien. Schanze frei für die Weltcup-Saison 2015/16. Zum dritten Mal in Folge ist Klingenthal im deutschen Bundesland Sachsen Schauplatz des Auftakts der Skispringer. Nicht weniger als 31 Einzel- und sechs Team-Bewerbe stehen bis zum traditionellen Finale auf der Skiflug-Schanze in Planica auf dem Programm. Zusätzlich zur Vierschanzen-Tournee ist die Skiflug-WM (14. bis 17. Jänner) auf dem Kulm ein Höhepunkt.

Gutes Gefühl

Für Cheftrainer Heinz Kuttin beginnt die zweite Saison im „Adlerhorst“ des ÖSV, und der Kärntner äußerte sich im Gespräch mit der Austria Presse Agentur zuversichtlich. „Ich fahre mit einem guten Gefühl hin. Wir haben über den Sommer gut gearbeitet, wir waren sehr individuell unterwegs und haben jetzt eine sehr kompakte Mannschaft beieinander“, erklärte der 44-Jährige vor der Anreise nach Deutschland. Für ihn ist der Auftakt noch nicht standortbestimmend, aber freilich wünscht er sich einen guten Start, „weil dann das Selbstvertrauen gleich auf Anhieb da ist“.

Trotzdem will er seinen Athleten, die 30 bis 40 Sprünge auf der Eis-Anlaufspur in Oberstdorf in den Beinen haben, die nötige Ruhe geben. Der verpatzte Auftakt im Vorjahr, als das Team nur Achter geworden war, ist Kuttin freilich noch in Erinnerung. „Wir haben es letztes Jahr gesehen, wie schnell man einen Wettkampf verhauen kann. Deswegen möchte ich auch die Ruhe haben, dass die Athleten wissen, dass der erste Wettkampf nicht entscheidend ist.“ Mit Klingenthal, Kuusamo, Lillehammer und Nischnij Tagil stehen vier komplett verschiedene Schanzen an den ersten vier Wochenenden auf dem Programm. Doch wenn seine Mannschaft die Trainingsleistungen zeige, „wird das ganz gut werden“.

Der Weltcup-Gesamtdritte des Vorjahrs und Vierschanzen-Tournee-Sieger Stefan Kraft ist mit seinen 22 Jahren aktuell tonangebend im Team. Zimmerkollege Michael Hayböck und natürlich auch Gregor Schlierenzauer waren im Vorjahr ebenfalls Top-Ten-Springer. „Diese drei waren auch in den Top Ten im Gesamtweltcup. Dahinter haben wir dann ein schönes Loch gehabt. Es ist ganz klar das Ziel gewesen, dass wir dieses Loch stopfen.“ Und dies sei gelungen, so Kuttin. „Ich freue mich auf den Weltcup-Auftakt, weil wir als Mannschaft deutlich kompakter geworden sind.“

Große Fortschritte ortete der dreifache

Olympiamedaillengewinner, der seit April 2014 in diesem Amt ist, bei Manuel Fettner, der an der Entwicklung eines eigenen Hartschalen-Sprungschuhs intensiv mitgearbeitet hat. Und Manuel Poppinger sei körperlich wie skispringerisch auf seinem bisher besten Level. „Die zwei haben wirklich eine tolle Entwicklung gemacht. Auch Andy Kofler ist wieder konstant stark gesprungen, das freut mich irrsinnig“, ergänzte Kuttin.

Nicht gelungen ist es bisher, das Weltcup-Kontingent mit sieben Mann voll auszuschöpfen. Thomas Diethart hat laut Kuttin im Sommer immer wieder eine Verletzung übergangen.

Druck von unten erhofft er von Nachwuchsleuten wie Philipp Aschenwald, Markus Schiffner und Ulrich Wohl­genannt. Kuttins persönliches Ziel ist der Gewinn des Nationencups, in dem Österreich hinter Deutschland und Norwegen im Vorjahr nur Dritter war. „Das hat für
mich absolute Priorität – das zeigt ja, wie stark das Team ist.“