Kollers Zukunft weiter offen

Sport / 18.11.2015 • 19:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marcel Koller lässt sich in Vertragssachen Zeit. Foto: gepa
Marcel Koller lässt sich in Vertragssachen Zeit. Foto: gepa

Bei EM droht „Hammer“ mit Gastgeber Frankreich oder Weltmeister Deutschland, Schweden und Wales.

Wien. Bis Anfang Dezember weilt Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller auf Urlaub. Danach geht es für den Schweizer am 12. Dezember zur EM-Auslosung nach Paris. Bei der Veranstaltung spielen nach den Terroranschlägen vom letzten Freitag auch Sicherheitsüberlegungen eine Rolle. So würde Koller eine reduzierte Variante des Events begrüßen. „Man könnte das auch in kleinerem Rahmen machen oder über das Fernsehen. Dann müssten nicht alle vor Ort sein, das wäre vielleicht nicht so eine schlechte Entscheidung.“

Seine Zukunftsentscheidung wird aber noch deutlich länger auf sich warten lassen. Sein Vertrag läuft mit der EM in Frankreich aus. Ob er bis zur nächsten Teamzusammenkunft im März schon mehr wisse, konnte der Schweizer am Mittwoch nach dem letzten Länderspiel des Jahres gegen sein Heimatland (1:2) nicht beantworten. „Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Bis Ende EM läuft der Vertrag“, erklärte Koller. „Ich kann jetzt nicht sagen, ob das dann gut ist oder noch nicht gut ist. Wie wir sind, wo wir stehen, das ist alles noch in der Luft.“

Koller ist seit November 2011 im Amt, der ÖFB an einer verlängerten Zusammenarbeit interessiert. Auch Kollers Berater Dino Lamberti besuchte am Dienstagabend das Länderspiel in Wien.

Planungen laufen bereits

Ziel des Verbandes ist es, den Teamchef für die kommende WM-Qualifikation noch vor der EM-Endrunde in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli 2016) präsentieren zu können. „Es gibt Kontaktgespräche mit ihm und seinem Management, die wird es weiterhin geben“, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner. „Wir versuchen, zeiteffizient zu sein. Aber wir haben auch weiterhin keinen Druck.“

Zwei Länderspiele stehen Ende März auf dem Programm, zwei weitere Ende Mai bzw. Anfang Juni in der unmittelbaren Vorbereitung auf die EM. Mit möglichen Gegnern steht ÖFB-Organisationsdirektor Bernhard Neuhold in Kontakt. „Man muss ein bisschen vorausplanen“, sagte Koller. Allerdings sei auch noch die EM-Auslosung am 12. Dezember entscheidend, „damit wir diese Gegner dann nicht in der Gruppe haben“.

Traum- oder Albtraumlos

Laut Koller wäre es gut, die nächsten Testspielgegner noch vor Weihnachten zu kennen. Sicher davon ausgehen könne man aber nicht. „Es sollen schon Gegner aus Europa sein und auf die EM ausgerichtet“, betonte der 55-Jährige. Wunschgegner für die Auslosung hat er keine. „Ich habe die Gruppentöpfe zu Hause gesehen und gedacht: Das ist deftig. Es gibt keinen einfachen Gegner“, meinte Koller. „Ich weiß nicht, ob die oder die besser wären. Bei der EM hast du nur gute Gegner, auch wenn noch aufgestockt wurde. Es wird kein Durchmarschieren geben, zumindest nicht von Österreich.“ Immerhin droht ein Duell mit dem Gastgeberland Frankreich oder Weltmeister Deutschland. Dazu könnten sich Schweden und der Weltranglisten-15. Wales gesellen.