„Adler“ werden neu vermessen

Sport / 20.11.2015 • 22:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Michael Hayböck, Gregor Schlierenzauer und Stefan Kraft müssen sich neuen Kontrollen stellen. Foto: gepa
Michael Hayböck, Gregor Schlierenzauer und Stefan Kraft müssen sich neuen Kontrollen stellen. Foto: gepa

Neue Methode machte Springer im Schnitt „kleiner“ – Anzugs-Check am Turm.

Klingenthal. Die Weltcup-Saison der Skispringer steht vor der Tür. Zum dritten und – laut Kalender – auch letzten Mal ist Klingenthal Schauplatz der Weltcup-Eröffnung. 2016 soll die Saison in Titisee-Neustadt starten. Neu ist hingegen schon heuer sowohl die Vermessungsmethode der Athleten als auch ein Prozedere auf dem Turm, das Manipulationen am Anzug verhindern soll.

Manipulieren geht nicht mehr

Eine Neuerung, die vom gesamten Zirkus begrüßt wird. Aufgrund der Elastizität der Anzüge konnten sich Springer bisher vor allem mit dem Verschieben im Schrittbereich, „Tragflächen“-Vorteile schaffen. „Das war immer ein heißes internes Diskussionsthema. Vor dem Start geht jeder ans Limit. Es ist eine tolle Entscheidung, dass man das jetzt so macht“, freute sich ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin gegenüber der Austria Presse Agentur.

Nun muss der Athlet komplett adjustiert zu einer Mess-Stelle am Turm. Neben der nötigen Enge des Anzugs wird auch die Länge im Schrittbereich gemessen. „Wenn er das Reglement einhält, darf er springen, und darf dann nicht mehr manipulieren, sprich herumziehen und nicht am Anzug herumtasten“, weiß der Kärntner Coach. Ein zweiter Mann beobachtet dies genau, bis der Springer auf dem Balken sitzt.

An der stichprobenartigen Prüfung des Sportgeräts und des Athleten im Schanzenauslauf ändert das aber nichts. Der Athlet muss sich also auch nach dem Sprung weiterhin darauf einstellen, noch eine Kontrolle über sich ergehen zu lassen.

Schon im Sommer wurde auch eine neue Messmethode zur genaueren Bestimmung der Athletendaten, vor allem der Größe, nicht nur fixiert, sondern auch schon angewandt. Durch eine breitere Standposition und auch Maßnahmen zur Verhinderung, dass Athleten sich strecken, soll ein faireres Messverfahren gewährleistet sein. Je größer ein Springer ist, desto mehr Skilänge und damit auch Tragfläche. Früher wurde man mit geschlossenen Beinen vermessen, nun muss man sich 40 Zentimeter breit hinstellen. Zusätzlich müssen Wade, Hüfte, Schulterkopf an der Wand direkt anliegen. „Das heißt, du kannst dich gar nicht mehr strecken“, erklärte Kuttin.

Hungern ist sinnlos

Dadurch sei – je nach bis dahin letzter Vermessung des jeweiligen Athleten – der Großteil der Springer kleiner geworden. „Ich finde es total super. Man müsste das in gewissen Abständen auch immer wieder machen“, hofft der Kärntner auf eine diesbezügliche jährliche oder zumindest zweijährliche Wiederholung.

Die maximal erlaubte Skilänge beträgt ja 145 Prozent der Körpergröße, wobei allerdings zumindest ein Bodymass-Index (BMI) von 21 erreicht werden muss. Sind Athleten zu leicht, müssen sie nach einer genauen Tabelle ihre Ski verkürzen. Diese Regelung soll verhindern, dass die Skispringer mit Untergewicht an den Start gehen und regelrecht hungern, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Man müsste diese Messungen in Abständen wiederholen.

Trainer Heinz Kuttin