Auf dem Weg zurück nach oben

Sport / 20.11.2015 • 22:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Head-to-Head-Bilanz liegt Rafael Nadal (Bild) gegen Novak Djokovic mit 23:22 Siegen vorne.  Foto: EPA
In der Head-to-Head-Bilanz liegt Rafael Nadal (Bild) gegen Novak Djokovic mit 23:22 Siegen vorne. Foto: EPA

Wiedererstarkter Rafael Nadal im Halbfinale gegen Titelverteidiger Novak Djokovic.

London. Auf dem Weg zu seinem vierten Titel in Serie beim ATP-Saisonfinale im Tennis trifft Novak Djokovic auf Rafael Nadal. Gegen den wiedererstarkten Spanier benötigt Djokovic eine Leistungssteigerung. Hätte dieses Match noch vor einer Woche angestanden, die Rollen wären klar verteilt gewesen: Auf der einen Seite Djokovic, der in diesem Jahr so dominante und souveräne Weltranglistenerste aus Serbien, auf der anderen Seite Nadal, erstmals seit zehn Jahren ohne Grand-Slam-Titel, und gesundheitlich und mental längst nicht so stark, wie noch vor ein paar Jahren. Aber nun, sieben Tage und drei Matches später, ist es längst nicht mehr so eindeutig, wer denn nun heute als Favorit ins Halb­finale beim ATP-Saisonfinale in London gehen wird.

Ungewohnt fahrig wirkt Djokovic – auf dem Platz und abseits des Courts. Nach dem furiosen Start gegen den Japaner Kei Nishikori, dem der Serbe beim 6:1, 6:1 eine Lektion erteilte, folgten die Niederlage gegen seinen Dauerrivalen Roger Federer und seine eigenwillige Matchanalyse („Ich habe ihm den Sieg im zweiten Satz förmlich geschenkt.“). Auch der abschließende Sieg gegen den Tschechen Tomas Berdych änderte nichts am Eindruck, der sich in diesen Tagen aufdrängt: Der Titelverteidiger ist in diesem Jahr nicht so souverän – und schlagbar.

Und Nadal? Der Spanier meisterte seine Gruppe mit Bravour, blieb bei Siegen gegen die ebenfalls stark eingeschätzten Andy Murray (Gbr-2) und Stan Wawrinka (Sui-4) ohne Satzverlust und schlug auch seinen bereits ausgeschiedenen Landsmann David Ferrer mit 6:7, 6:3, 6:4. Auf dem früher so verhassten Hartplatz fühlt sich der Sandplatz-König sichtlich wohl, er wirkt dynamisch, fokussiert, konstant – und endlich wieder richtig fit.

Nadal im Head-to-Head vorne

Das bemerkt auch die Konkurrenz. „Er hat großartig gespielt in den ersten Spielen“, sagte Djokovic und fügte an: „Hoffentlich bin ich in der Lage, mein bestes Tennis abzurufen. Um gegen ihn zu gewinnen, brauche ich das nämlich.“ Beide Spieler kennen sich bestens, es gibt keine Geheimnisse: 45 Mal standen sich beide bereits gegenüber – kein Match im Profitennis wurde häufiger gespielt. Die Statistik spricht mit 23:22 Siegen für Nadal, doch Djokovic hat sieben der letzten acht Vergleiche gewonnen.

Das zweite Halbfinale bestreitet der ebenfalls ungeschlagene Rekordchampion Roger Federer. Der 34 Jahre alte Schweizer trifft auf den Sieger der Partie seines Landsmannes Wawrinka gegen Lokalmatador Murray (nach Redaktionsschluss).