Der Gold-Hattrick und Premierentitel

22.11.2015 • 19:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die in Rot gekleideten Patrick Schnetzer (l.) und Markus Bröll verteidigten mit einem 5:4-Finalsieg über die Schweiz ihren WM-Titel im Radball. Alle Fotos: Andy Schnetzer
Die in Rot gekleideten Patrick Schnetzer (l.) und Markus Bröll verteidigten mit einem 5:4-Finalsieg über die Schweiz ihren WM-Titel im Radball. Alle Fotos: Andy Schnetzer

Radballer Schnetzer/Bröll feiern dritten WM-Titel in Serie – erste Goldene für Mathis.

Johor Bahru. Die 79. Weltmeisterschaft im Radball bzw. die 60. im Kunstradfahren in Johor Bahru (Malaysia, nach Hongkong (1993), Johor Bahru (1996), Kaseda (Jpn, 2001) und Kagoshima (Jpn, 2011) erst die vierten UCI-Titelkämpfe außerhalb von Europa, gehen als die erfolgreichsten aus österreichischer Sicht in der Geschichte ein. Mit der erfolgreichen Titelverteidigung des Radball-Duos Patrick Schnetzer und Markus Bröll (RC Mazda Hagspiel Höchst) und dem Premieren-Triumph von Adriana Mathias (RC 11er Meiningen) bringt die ausschließlich aus Vorarlberger Sportlern, Funktionären und Betreuern bestehende rot-weiß-rote Delegation erstmals zwei Goldene im Gepäck mit nach Hause.

Damit wurde auch die seit Jahrzehnten anhaltende Tradition von Medaillengewinnen fortgesetzt. Nach dem Championat in Johor Bahru stehen nun 82 Top-3-Plätze (12/20/50) zu Buche, wobei 59 (8/14/34) auf das Konto der Kunstradler gehen und 23 (4/6/13) von den Radballern geholt wurden.

Viertes Gold im Frauen-Einer

Für den goldenen Auftakt sorgte Adriana Mathis. Nach Bronze 2012 und Silber im Vorjahr in Brünn konnte die die 21-jährige Meiningerin mit einer beeindruckenden Leistung in Johor Bahru ihren Medaillensatz komplettieren. Mit 174,51 Punkten sorgte Mathis in der Qualifikation für die beste Marke und konnte anschließend im Finale der Top-Vier mit 172,56 ihre Nummer-eins-Position bestätigen und holte nach Annemarie Fehr (1965), Sarah Kohl (2006) und Denise Boller (2010) die vierte ÖRV-Goldene im Frauen-Einer ins Ländle. Vizeweltmeisterin Nicole Frybortova (Svk), die als Gold-Favoritin gehandelte Deutsche Lisa Hattemer hatte 7,08 Zähler Differenz auf Mathis.

Finalduell auf Augenhöhe

Für den krönenden Abschluss sorgten dann Patrick Schnetzer und Markus Bröll. Der Weg zum dritten WM-Titel der Höchster Radballer war ein Ebenbild des Triumphes 2013 in Basel bzw. im Vorjahr beim Championat in Brünn. Nach vier Siegen und einer 1:6-Niederlage in der Vorrunde im direkten Duell gegen die Schweiz zog das Ländle-Duo als Zweiter in die Entscheidung ein.

In der heuer erstmals neu eingeführten Zwischenrunde gab es dann einen 7:5-Erfolg über Belgien. Anschließend wurde Frankreich im Halbfinale mit 6:1 bezwungen. Im Duell um Gold kam es dann abermals zum Vergleich mit den Schweizern Roman Schneider und Dominik Planzer. Dort zeigten der vor einer Woche 22 Jahre alt gewordene Schnetzer, der bereits 2011 an der Seite von Dietmar Schneider Gold geholt hatte, und sein um sechs Jahre älterer Partner dann ihre Klasse. Trotz Rückständen von 0:1, 1:2, und 2:3 bleiben die Titelverteidiger cool und konnten sich nach der Pause mit einem Doppelschlag erstmals mit 4:3 in Front setzen. Nach dem Ausgleich gelang dann Bröll knapp eine Minute vor dem Abpfiff der umjubelte 5:4-Siegestreffer. „Die Niederlage in der Vorrunde hat uns aufgerüttelt. Im Finale haben wir dann unsere Taktik umgestellt und am Ende hatten wir auch das notwendige Quäntchen Glück auf unserer Seite“, betonte Schnetzer. „Wir haben uns ein Jahr intensiv vorbereitet und sind natürlich überglücklich – und jetzt wird ordentlich gefeiert“, so Bröll abschließend.

Eine Medaille war das Ziel und jetzt, wo es Gold geworden ist, bin ich einfach nur überglücklich.

Adriana Mathis
Nadine Mörth (l.) und Katharina Kühne verfehlten als Vierte im Zweier der Frauen um 1,1 Punkte die Bronzemedaille.
Nadine Mörth (l.) und Katharina Kühne verfehlten als Vierte im Zweier der Frauen um 1,1 Punkte die Bronzemedaille.

Hallenradsport

79. Radball- und 60. Kunstrad-Weltmeisterschaft 2015 in Johor Bahru

Internet: www.radball.at

» Radball, Gruppe A

Ergebnisse Österreich in der Vorrunde

Österreich (Patrick Schnetzer/Markus Bröll, RC Mazda Hagspiel Höchst) – Frankreich 5:1, Österreich – Belgien 7:5, Österreich – Deutschland 3:0, Österreich – Tschechien 8:3, Österreich – Schweiz 1:6

Endstand Vorrunde

1. Roman Schneider/Dominik Planzer (SUI) 5 5 0 0 29: 5 15

2. Patrick Schnetzer/Markus Bröll (AUT/TV) 5 4 0 1 24:15 12

3. Jens Krichbaum/Roman Müller (GER) 5 3 0 2 16: 8 9

4. Benjamin Meyer/Quentin Seyfried (FRA) 5 1 1 3 7:17 4

5. Christoph Baudu/Peter Martens (BEL) 5 0 2 3 10:22 2

6. Jiri Hrdlicka/Pavel Loskot (CZE) 5 0 1 4 10:29 1

Zwischenrunde: Österreich – Belgien 7:5

Frankreich – Deutschland 5:4 (3:3) nach Viermeterschießen

Halbfinale: Österreich – Frankreich 6:1

Schweiz – Deutschland 2:1

Kleines Finale: Frankreich – Deutschland 3:2 (2:2) nach Verlängerung

Finale: Österreich – Schweiz 5:4 (2:3)

» Kunstrad

Einer Frauen (16 TN): 1. Adriana Mathis (RC 11er Meiningen) 172,56

2. Nicole Frybortova (SVK) 168,53

3. Lisa Hattemer (GER) 165,48

7. Melanie Mörth (RS Altdorf) 143,29

Einer Männer (21): 1. Michael Niedermeier (GER) 192,63

2. Simon Puls (GER) 165,67

3. Wong Chin To (HKG) 164,49

8. Marcel Schnetzer (RV Enzian Sulz) 137,58

11. Christopher Schobel (RC Mazda Hagspiel Höchst) 126,16

Zweier Frauen (10): 1. Julia und Nadja Thürmer (GER) 155,98

2. Lena und Lisa Bringsken (GER) 132,87

3. Fabienne Gamper/Rahel Nägele (SUI) 111,13

4. Nadine Mörth/Katharina Kühne (RC 11er Meiningen) 110,03

6. Elisa Engljähringer/Anna Lins (RC Altenstadt) 76,81

Zweier Open (12): 1. Andre und Benedikt Bugner (GER) 157,80

2. Stefanie Dietrich/Robert Schmidt (GER) 139,86

3. Fabienne Hammerschmidt/Lukas Burri (SUI) 124,38

5. Jana Latzer/Marcel Schnetzer (RV Enzian Sulz) 109,06

Vierer Open (4): 1. Deutschland 202,81

2. Schweiz 165,04

3. Slowakei 159,47