Vorarlbergs Skispringer wollen Flügel ausbreiten

Sport / 02.12.2015 • 20:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs „Adler“ (v. l.): Ulrich Wohlgenannt, Eva Pinkelnig und Patrick Streitler. Foto: Steurer
Vorarlbergs „Adler“ (v. l.): Ulrich Wohlgenannt, Eva Pinkelnig und Patrick Streitler. Foto: Steurer

Pinkelnig, Wohlgenannt und Streitler sind heiß auf den
Saisonstart.

Dornbirn. (VN-akp) Die heimischen Adler können es kaum erwarten, wieder wettkampfmäßig ihre Flügel auszubreiten. Besonders Eva Pinkelnig, die letzte Saison von null auf hundert durchgestartet ist und sich nach erfolgreicher Weltcup- und WM-Teilnahme einen Platz im Nationalteam gesichert hat. Die 27-Jährige, die erst im September 2012 mit dem Skispringen begann, startet morgen mit dem Weltcup im norwegischen Lillehammer in die neue Saison. Zuletzt hat sich die Dornbirnerin mit dem ÖSV-Damenkader auf Fuerteventura nach dem Motto „Lugg lo“ vorbereitet. „Beim Skispringen passiert viel im Kopf. Alternativtraining mit Tauchen und Klettern stand auf dem Programm. Die Hausaufgaben haben wir im Sommer gemacht, nun geht es darum, locker zu werden und das Gelernte am Schanzentisch abzurufen“, beschreibt die Heeresleistungssportlerin, die im HLSZ 9 in Dornbirn stationiert ist.

Sechs Wochen Pause

ÖSV-A-Kader-Athlet Ulrich Wohlgenannt startet am 12. Dezember ebenfalls in Norwegen mit dem Continentalcup in Rena in die Wettkampfperiode. Der 21 Jahre alter Dornbirner hat im Juli die Ausbildung zum Mechatroniker am Nordischen Ausbildungszentrum (NAZ) Eisenerz abgeschlossen und im Juli ins Bundesheer eingerückt. „Eine Lehre zu absolvieren war rückblickend eine gute Entscheidung. Ich konnte dort viel Synergien für das Skispringen nutzen und zum Beispiel an meiner Ausrüstung tüfteln. Die Technik ist sehr wichtig und mit der Bindung kann man individuell Fehler beseitigen. Ich habe einen speziellen Sprungstil, ähnlich jenem von Janne Ahonnen, also ‚old-school‘. Das heißt, was für mich zugeschnitten ist, passt sonst keinem“, meint er lachend. „Leider bin ich im Sommer gestürzt und wurde in die zweite Trainingsgruppe zurückgereiht. Ich hatte ein Loch in der Lunge und den Übergang vom Steißbein zum Lendenwirbel gebrochen und musste sechs Wochen pausieren. Danach ging es zum Glück wieder aufwärts und jetzt freue ich mich auf den Saisonstart.“

Seinen Saisoneinstieg verschieben muss der dreifache Junioren-WM-Medaillengewinner Patrick Streitler. Der 20-Jährige laboriert seit Oktober an einem Bandscheibenvorfall. „Momentan ist viel Geduld gefragt und noch ist offen, wann ich richtig loslegen kann. ich werde es vermeiden, zu früh anzufangen, denn die Gesundheit hat oberste Priorität.“

Zur Person

Ulrich Wohlgenannt

Skispringer, ÖSV-A-Kader Herren

Wohnort: Dornbirn, Innsbruck

Geboren: 1. August 1994

Verein: SK Kehlegg

Ausbildung: abgeschlossene Lehre Mechatroniker (NAZ Eisenerz)

Beruf: Heeresleistungssportler

Größte Erfolge: Junioren: WM-Silber und -Bronze; Jugend: EYOF-Silber; Persönliche Bestweite: 198,5 m in Vikersund (2015)

Eva Pinkelnig

Skispringerin, ÖSV-Nationalteam Damen

Wohnort: Dornbirn

Geboren: 27. Mai 1988

Verein: SK Kehlegg

Beruf: Heeresleistungssportlerin

Größte Erfolge: 2015: 8. Rang WM Normalschanze, 7. Rang Gesamtweltcup (im Einzel zwei Mal Vierte, zwei Mal Fünfte, zwei Mal Sechste, weitere vier Top-Ten-Ränge), 2. Rang Continentalcup

Patrick Streitler

Skispringer, ÖSV-B-Kader Herren

Wohnort: Dornbirn

Geboren: 17. April 1995

Verein: SV Dornbirn

Ausbildung: Handelsschule Stams

Beruf: Heeresleistungssportler

Größte Erfolge: Junioren-Vizeweltmeister Einzel und Team, Bronze Junioren-Team-WM, Alpencup-Gesamtsieger