Coe dementiert Doping-Vertuschung

Sport / 13.01.2016 • 22:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Sebastian Coe: ein neuer Doping-Sumpf droht. Foto: apa
Sebastian Coe: ein neuer Doping-Sumpf droht. Foto: apa

Der Präsident nimmt den Leichtathletik-Weltverband aus der Verantwortung.

London. IAAF-Präsident Sebastian Coe hat die Anschuldigungen zurückgewiesen, wonach der Leichtathletik-Weltverband Dopingfälle russischer Leichtathleten vertuscht habe. Einen Tag vor der Veröffentlichung des zweiten Teils des WADA-Berichtes zum Doping-Sumpf in der Leichtathletik in München sagte der zweimalige 1500-m-Olympiasieger in einem Fernsehinterview mit Sky News: „Die Sache ist einfach: Wurden alle Unregelmäßigkeiten verfolgt? Die Antwort lautet: Ja. Wurden Strafen verhängt und publik gemacht?: Ja. Wurde etwas vertuscht? Nein.“

Für Lord Sebastian Coe könnte heute der Tag der Wahrheit sein. Es drohen neue Enthüllungen, zudem soll die Rolle von Coe beleuchtet werden. Er selbst sieht dem gelassen entgegen: „Ich habe als IAAF-Präsident in allen Untersuchungen gänzlich kooperiert.“

Dunkle Tage

Ob er daran gedacht habe, als IAAF-Chef zurückzutreten? „Nein, das Tagesgeschäft eines IAAF-Präsidenten ist es, dafür zu sorgen, dass die Sportart nicht in Gefahr gerät. Glauben sie nicht, ich wüsste nicht, dass diese Tage dunkle Tage sind. Natürlich sind sie es“, sagte Coe, der im August 2015 das Präsidentenamt von Lamine Diack übernommen hatte. Der erste Teil des Berichts der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im November hatte zu Sperren russischer Leichtathleten geführt, der russische Verband ARAF wurde sogar ausgeschlossen. Das Anti-Doping-Labor in Moskau verlor seine Akkreditierung, die nationale Anti-Doping-Agentur RUSADA wurde von der WADA suspendiert. Ohne weitreichende Reformen dürfen Russlands Leichtathleten nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen.