Nach 637 Tagen ein freier Mann

Sport / 18.01.2016 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein bestens gelaunter Uli Hoeneß: ab März 2016 wohl wieder ein gewohntes Bild. Foto: epa
Ein bestens gelaunter Uli Hoeneß: ab März 2016 wohl wieder ein gewohntes Bild. Foto: epa

Der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß kommt vorzeitig frei. Am 29. Februar 2016
ist es soweit.

Augsburg. Für Uli Hoeneß hat die schwerste Zeit seines Lebens bald ein Ende: Nach 637 Tagen Gefängnis ist der frühere Präsident von Bayern München ab 29. Februar wieder ein freier Mann. Die 1. auswärtige Vollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg mit Sitz in Landsberg/Lech hat dem Antrag des 64-Jährigen stattgegeben, die restliche Strafe zum Halbstrafenzeitpunkt auszusetzen.

43 Millionen Euro bezahlt

„Die Kammer hat nach Anhörung des Verurteilten entschieden, dass die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür vorliegen“, teilte das Gericht mit. Es könne „verantwortet werden zu erproben, ob sich der Verurteilte künftig straffrei führen wird“. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt. Einzige Auflage dabei: Hoeneß muss etwaige Wohnungswechsel bei der Strafvollstreckungskammer anzeigen. Hoeneß war wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Am 2. Juni 2014 hatte er seine Haftstrafe angetreten. Seit Beginn 2015 arbeitet Hoeneß als Freigänger in der Nachwuchs-Abteilung des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

In seiner Haftzeit sei er „trotz seiner Position stets bereit gewesen, sich in die Gefangenengemeinschaft zu integrieren. Bei seinen zahlreichen Regel- und Freigängerausgängen sei es zu keinen Beanstandungen gekommen. Sein sozialer Empfangsraum stelle sich äußerst günstig dar“, hieß es aus Gerichtskreisen. Zudem hat Hoeneß nach Angaben des Gerichts „den Schaden durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wiedergutgemacht“.

Weihnachten hatte Hoeneß bereits in seinem Haus am Tegernsee verbracht und dabei 30 Flüchtlinge eingeladen. Was der frühere Manager nach seiner Haftentlassung plant, ist (noch) nicht bekannt. Die „Bild“ hatte zuletzt vermeldet, dass er erst einmal mit seiner Frau Susi Urlaub machen will, um über seine Zukunft nachzudenken.

Schon bald wieder Präsident?

Vor Antritt seiner Haftstrafe hatte Hoeneß bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des FC Bayern erklärt: „Das war’s noch nicht!“ Möglicherweise kehrt er sogar als Präsident zu den Bayern zurück. Karl Hopfner hat das Amt des Präsidenten und des Aufsichtsratsvorsitzenden von Hoeneß übernommen und zuletzt bereits betont, dass er Hoeneß nicht im Weg stehen werde. „Es geht bei diesem Thema nicht um mich. Ich stelle mich da zurück“, sagte Hopfner. Eine Mitgliederversammlung muss bis 31. Dezember durchgeführt werden.

Zuletzt war Hoeneß verstärkt in der Öffentlichkeit zu sehen. So besuchte er im Herbst die Grundsteinlegung des neuen Nachwuchsleistungszentrums der Bayern. Zudem war er beim Basketball im Audi-Dome. Momentan muss Hoeneß fünf Nächte in der Woche im Freigängerhaus in Rothenfeld verbringen. Dorthin war er von der Justizvollzugsanstalt Landsberg/Lech verlegt worden.