Neureuther und die junge Garde

Sport / 14.02.2016 • 22:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Stockerl-Feier nach dem Slalom in Naeba: Christian Neureuther und Marco Schwarz. Foto: gepa
Stockerl-Feier nach dem Slalom in Naeba: Christian Neureuther und Marco Schwarz. Foto: gepa

Schwarz im Naeba-Slalom auf Rang drei, drei ÖSV-Läufer in den Top Sechs.

Naeba. Österreichs junge Slalom-Garde hat sich beim Weltcup in Naeba hervorragend geschlagen und drei Läufer in die Top Sechs gebracht. Hinter Sieger Felix Neureuther und Andre Myhrer (+0,05) egalisierte Marco Schwarz als Dritter (0,24) sein bisher bestes Ergebnis. Saison-Dominator Henrik Kristoffersen wurde Siebenter und liegt im Gesamtweltcup noch 88 Zähler hinter Marcel Hirscher.

Von zwölf auf drei

Für Hirscher war der Slalom nach einem Einfädler beim vierten Tor im ersten Durchgang früh zu Ende gewesen. Kristoffersen erwischte nicht seinen besten Tag, lag zur Halbzeit nur auf Rang acht und verbesserte sich im Finale nur um einen Platz. „Die Sicht war nicht gut, aber das Wetter kann man nicht ändern. Im ersten habe ich den Ausfall von Marcel mitbekommen und war ich nicht so angriffslustig, im zweiten war mein Skifahren auch nicht das Beste“, sagte der sechsfache Slalom-Saisonsieger, der mit dem leichten Regen kämpfte.

Neben Hirscher waren im ersten Lauf aus dem österreichischen Team auch Christian Hirschbühl, Roland Leitinger, Wolfgang Hörl und Reinfried Herbst ausgeschieden, das übrige Quartett geigte aber groß auf. Allen vier gelang im Finale eine deutliche Steigerung. Schwarz fuhr von Zwischenrang zwölf auf drei, Marc Digruber von elf auf fünf, Michael Matt mit Laufbestzeit von 22 auf sechs und Manuel Feller mit zweitbester Laufzeit von 25 auf 13. Matt, Bruder des zurückgetretenen Olympiasiegers Mario, hatte im ersten Durchgang Startnummer 41, bei den schwierigen Pistenverhältnissen war er einer der wenigen, der sich mit einer höheren Nummer noch für das Finale qualifizierte. „Fantastisch, mit so einem Ergebnis war nicht zu rechnen. Hervorragend, wie sie sich präsentiert haben“, lobte Slalom-Cheftrainer Marko Pfeifer sein Team. „Wir sind gut drauf. Dass drei von uns da vorne mit dabei sind, ist brutal geil“, sagte der Kärntner Schwarz, der bereits in Madonna Dritter war. „Ich bin überglücklich. Im Finale habe ich mir gesagt, jetzt brenne ich voll an. Es ist mir alles aufgegangen und jetzt stehe ich schon wieder auf dem Podium.“ Im Training sei es immer schon gut gegangen, im Rennen sei es nochmal was anderes. „Da ist viel Drumherum. Da muss man einfach cool bleiben und sein Ding durchziehen.“ Auch der flache Hang sei ihm entgegengekommen.

Digruber jubelte über das beste Ergebnis seiner Karriere, zweimal war er davor erst in den Top Ten, jeweils heuer übrigens (9. Santa Caterina, 10. Schladming). „Ich habe Marco zugeschaut, der hat gescheit Gas gegeben. Da habe ich mir gedacht, das muss ich auch tun. Wir sind alle gut Ski gefahren, wir sind eine coole Truppe und werden weiter Gas geben.“

Das Dutzend ist voll

Matt freute sich, dass er nach einer Materialumstellung nun auf einem guten Weg sei. „Schritt für Schritt weiter so, dann schaut sicher mal ein Podest raus“, meinte der 22-Jährige, der sein bisher bestes Weltcupergebnis – 16. in Wengen 2015 – gleich um zehn Ränge unterbot. Einen Sicherheitslauf hatte laut eigenen Angaben der ein Jahr ältere Feller im ersten Durchgang eingelegt, war er doch zuletzt dreimal ausgefallen. „Da blieb dann im zweiten nichts als attackieren.“

Das tat auch der zur Halbzeit fünftplatzierte Neureuther, der seinem nach Lauf eins führenden Landsmann Fritz Dopfer was vorlegen wollte. Und wie am Vortag im Riesentorlauf gelang es Dopfer abermals nicht, seinen ersten Weltcupsieg ins Trockene zu bringen, er fiel auf Platz vier zurück. Zum zwölften Mal in seiner Karriere stand so Neureuther ganz obenauf, zum zehnten Mal im Slalom. „Ich habe den Jungs zugeschaut, die sind alle gewaltig gefahren. Ich wusste, ich muss Vollgas geben.“

Hervorragend, wie sich die Jungen präsentiert haben.

ÖSV-Trainer Marko Pfeifer