Die Saison der großen Bewährung

Sport / 25.02.2016 • 19:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Das Team Vorarlberg startet mit 14 Fahrern in die 18. Saison. Höhepunkt ist die Österreich-Radrundfahrt, die vom 3. bis 10. Juli 2016 stattfindet. Foto: steurer
Das Team Vorarlberg startet mit 14 Fahrern in die 18. Saison. Höhepunkt ist die Österreich-Radrundfahrt, die vom 3. bis 10. Juli 2016 stattfindet. Foto: steurer

Radteam Vorarlberg präsentierte neuen Kader, Ziele nach bestem Jahr 2015 angepasst.

Lauterach. Die Saison 2015 mit dem Gesamtsieg bei
der Österreich-Radrundfahrt durch den Spanier Victor de la Parte zu toppen, wird ein nicht ganz einfaches Unterfangen werden. Das bestätigte Manager Thomas Kofler vom Team Vorarlberg anlässlich der Präsentation des 14-köpfigen Kaders für das Jahr 2016 im Autohaus Niederhofer in Lauterach. Seine Erwartungen für die 18. Saison: „Wir haben viele junge Fahrer im Team, das Durchschnittsalter beträgt 23 Jahre. Es entspricht unserer Philosophie, ein Sprungbrett in die höhere Rennklasse zu sein. So haben viele unserer ehemaligen Fahrer gute Angebote erhalten. Wir werden daher heuer bei der Österreich-Rundfahrt nicht um den Sieg mitfahren, uns aber sicher je nach Rennverlauf dennoch vorne zeigen.“ Das Saisonhighlight findet vom 3. bis 10. Juli statt. Die Traditionsrundfahrt macht 2016 jedoch keinen Halt in Vorarlberg. Die nationale Elite darf man aber am 1. Mai bei der Rad-Bundesliga in Nenzing begrüßen. Neben nationalen und internationalen Rennen in Europa plant die Ländle-Equipe auch Einsätze in Asien und den USA. Koflers Ziel bleibt der Aufstieg in die nächsthöhere Pro Continental Klasse im Jahr 2017.

Mit dem Portugiesen Sérgio Ferreira de Sousa hat man einen starken Rundfahrer engagiert. Der Deutsche Manuel Leon Porzner, Francesc Zurita Martinez aus Spanien und Lokalmatador Patrick Jäger aus Klaus stellen die Sprinterfraktion. Letzterer hat es sich zum Ziel gesetzt, aus der Helferrolle herauszukommen. Der 22-Jährige ist seit 2013 bei der Ländle-Equipe unter Vertrag. „Patrick hat im Vorjahr einen großen Sprung gemacht. Er wird auf jeden Fall seine Chance bekommen“, betonte Kofler. Seinen ersten Renneinsatz bestreitet der Klauser am Sonntag beim GP Izola in Slowenien, ebenso wie der zweite Vorarlberger im Team, Manuel Schreiber.

Sprung nach oben schaffen

Jäger will 2016 seinem Namen gerecht werden und in seinem letzten U-23-Jahr Jagd auf Punkte und Platzierungen machen. Dafür trainiert der Oberländer rund 25 Stunden pro Woche. Neben radspezifischen Einheiten standen auch Stabilisations-, Kraft- und Athletiktraining im Sportservice auf dem Programm.

„Mein erstes Saisonziel ist die Qualifikation für die U-23-Edition der Flandern-Rundfahrt am 3. April in Belgien. Dafür muss ich am Saisonbeginn eine gute Form zeigen. Die Vorbereitung ist zufriedenstellend verlaufen. Insgesamt war ich sechs Wochen im Trainingslager in Frankreich, Gran Canaria und auf Mallorca und habe von optimalen Bedingungen profitiert“, erklärt der U-23-EM-Teilnehmer des Vorjahres. Der Profi strebt zudem seinen zweiten Start bei der Österreich-Rundfahrt im Juli an. „Zusätzlich kämpfe ich für eine Nominierung für die U-23-Straßen-WM im Oktober in Katar, denn der Streckenverlauf kommt mir als Sprinter entgegen“, erläutert der gelernte Dachspengler und betont: „2017 will ich dann den Sprung nach oben schaffen.“

Ö-Tour ist das Ziel

Der noch 25 Jahre alte Schreiber wechselte 2015 von den Amateuren. Sein Rückblick auf sein erstes Lehrjahr als Profi: „Das Niveau ist extrem hoch. Radmarathons kann man mit Elite-Radrennen nicht vergleichen, es sind zwei komplett unterschiedliche Sportarten. Es kommt mir zwar zugute, dass ich einen guten Motor habe, aber ich musste und muss noch viel lernen. Wie spart man Energie, wie bewegt man sich im Feld, wie fährt man taktisch – all das ist eine echte Schule. Es benötigt sehr viel Erfahrung. Noch konnte ich nicht alles ganz umsetzen,

was ich mir vorgenom-

men hatte. Dies lag zum Teil aber auch an den Stürzen“, resümiert der Semi-Profi, der halbtägig bei der Firma Blum als Mechatroniker arbeitet.

Als Höhepunkte nennt der Fußacher den elften Rang bei der Staatsmeisterschaft im Zeitfahren und dass er sich im Straßenrennen bei den Titelkämpfen in der Spitzengruppe zeigen konnte. Der ehemalige Schulkamerad von Matthias Brändle an der HTL Bregenz bereut aber den Schritt keinesfalls. „Dank der Unterstützung meines Arbeitgebers darf ich das Abenteuer Semi-Profi erleben. Die Österreich-Rundfahrt war der Grund für diesen Schritt, und heuer will ich mich unbedingt dafür qualifizieren.“

Victor de la Parte bei seinem Husarenritt im Vorjahr auf den Großglockner. Der Spanier feierte anschließend mit dem Gesamtsieg bei der Österreich-Rundfahrt den größten Erfolg in der Geschichte des Vorarlberger Radteams.  Foto: gepa
Victor de la Parte bei seinem Husarenritt im Vorjahr auf den Großglockner. Der Spanier feierte anschließend mit dem Gesamtsieg bei der Österreich-Rundfahrt den größten Erfolg in der Geschichte des Vorarlberger Radteams. Foto: gepa
Die beiden Local Heros im Radteam Vorarlberg: Patrick Jäger (l.) und Manuel Schreiber. Foto: steurer
Die beiden Local Heros im Radteam Vorarlberg: Patrick Jäger (l.) und Manuel Schreiber. Foto: steurer

Rad

Radteam Vorarlberg 2016

» Die 14 Fahrer des Continental Teams

Name (Nat.) Geb.-Dat.

Zsolt Dér (SER)* 25. 3. 1983

Sérgio Ferreira de Sousa (POR)* 11. 10. 1983

Patrick Jäger (V) 3. 2. 1994

Clément Koretzky (FRA) 30.10. 1990

Michael Kucher (K) 26. 3. 1993

Daniel Lehner (OÖ) 14. 4. 1994

Lukas Meiler (GER) 14. 2. 1995

Manuel Leon Porzner (GER)* 25. 2. 1996

Patrick Schelling (GER)* 1. 5. 1990

Manuel Schreiber (V) 17. 3. 1990

Thomas Umhaller (AUT)* 6. 7. 1995

Nicolas Winter (SUI) 15. 2. 1989

Akinori Yamamura (JPN)* 4. 8. 1994

Francesc Zurita Martinez (ESP)* 10. 1. 1992

Erklärung: * neu im Team

Abgänge: Victor Gonzalez de la Parte (CCC Sprandi-Polkowitze/ESP), Nicolas Baldo (Team Roth/FRA),Aldo Ino Ilesic (Astellas Cycling Team/SLO), Grischa Janorschke (Team Roth/GER), Daniel Paulus (unbekannt), Christoph Springer (Karriereende), Andreas Walzer (Felbermayr Simplon Wels).

» Funktionäre und Betreuer

Teammanager: Thomas Kofler

Sportliche Leitung/Betreuer: Dany Hirs, Hans Innerhofer, Werner Salmen, Johannes Kofler

Mechaniker: Spas Gyurov, Raimund Liesinger

Physiotherapeuten/Masseure: Martina Hinteregger, Roland Hufnagel, Stefan Ivanov, Petra Lorenzin, Jasmine Rüscher

Backoffice: Lisa-Maria Pettinger, Jürgen Schatzmann

Assistenten: Christian Devigili,, Bernhard Allgäuer, Johannes Schwarzmann

Homepage: Michael Heinzle

Marketing, Kommunikation: Thomas Glinik (Native Media)