Altach erarbeitet sich Spielglück

Sport / 03.04.2016 • 22:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Jubel um den Torschützen Emanuel Schreiner (Nummer 16).
Jubel um den Torschützen Emanuel Schreiner (Nummer 16).

Nach zweitem Saisonsieg über Austria Wien (2:0) ist der Klassenerhalt schon fast perfekt.

Altach. „Ich will davon nichts hören und auch nicht darüber reden“, lässt sich Alt­achs Stürmerstar Hannes Aigner (35) auch nach dem 2:0-Heimsieg über die Wiener Austria in einer guten und stets prickelnden Auseinandersetzung das Wort „Klassenerhalt“ noch nicht entlocken. Nach seinem neunten Saisontreffer, erzielt per Elfmeter, zeigt sich sein diesbezüglicher Optimismus im Nachsatz: „Wer gegen die Austria zweimal gewinnt, der gehört in die Bundesliga.“

Genau da sieht sich auch Boris Prokopic, der erstmals im Jahr 2016 in der Stammformation stand. Letztmals durfte der 28-Jährige im Dezember von Anfang an ran – und auch da gewann Altach, 2:1 bei der Wiener Austria. Verletzungen hatten den gebürtigen Tschechen immer wieder zurückgeworfen. Diesbezüglich ist er allerdings nicht der einzige im Dress der Rheindörfler. Und so dauerte es fast fünf Monate, ehe Trainer Damir Canadi sein Mittelfeldduo Prokopic/Philipp Netzer (17. Oktober 2015, beim 1:3 in Graz) wieder gemeinsamen auf das Feld schicken konnte.

Richtige Balance

Leidenschaftlich, intensiv – so beschrieb Prokopic nach dem Schlusspfiff die 90 Minuten in der Cashpoint-Arena. Dabei sei man anfangs gar nicht so gut ins Spiel gekommen. Schnell aber holten sich die Hausherren über viele gewonnene Zweikämpfe sowie viel Laufarbeit nicht nur die Zuschauer auf ihre Seite, sondern brachten auch das Kombinationsspiel der „Veilchen“ aus Wien ins Stocken. Nicht nur das, Altach lancierte selbst schnelle Angriffe, zeigte Spielzüge von hoher Qualität. Ein weiterer wichtiger Faktor der immer besser werdenden Balance zwischen Offensive und Defensive ist die Konzentration mit der die Spieler ans Werk gehen. Ob im Mittelfeld, wo Netzer den „Feuerwehrmann“ vor der Abwehr spielte, im Angriff, wo Aigner nie müde wird, sich aufzureiben, und auch in der Defensive, wo man vor allem Austria-„Waffe“ Olarenwaju Kayode meist unter Kontrolle hatte. Zumal die Gefährlichkeit des 22-Jährigen immer wieder aufblitzte, auch in Unterzahl.

„Vielleicht sind wir in manchen Situationen noch ein wenig zu hektisch“, trauerte Prokopic vor allem durchaus vielversprechenden Konterangriffen nach, die schließlich nicht wirklich fertiggespielt wurden. Letztendlich war der spielstarke Mittelfeldspieler aber zufrieden, auch mit seiner Leistung. Immerhin hatte er erst vor Ostern nach langer Verletzungspause gegen Grödig sein Comeback gefeiert. „Ein wenig angespannt war ich schon. Ich wusste nicht, ob ich die Kräfte schonen sollte oder nicht. Dann aber dachte ich mir: Das bringt nichts, ich gebe Vollgas, zumal ich mich vom Fuß her gut gefühlt habe.“

Das nötige Spielglück

Am Ende fühlte sich auch das Ergebnis gut an, wie Torschütze Aigner bestätigte: „Ein schöner Fußballabend für uns.“ Dass auch das nötige Spielglück auf Seiten der Altacher war, bestätigte der zweite Torschütze, Emanuel Schreiner. Der Entstehung seines Treffers etwa ging ein Abseits von Vorbereiter Louis-Clement Ngwat-Mahop vor, dazu entschied der Unparteiische bei den harten Duellen zwischen Aigner und Christoph Martschinko (36.) sowie zwischen Netzer und Kayode (38.) stets pro Altach. Entscheidender für den dritten Sieg in Folge aber waren die Geduld, mit der die Canadi-Elf zu Werke ging, und die Effizienz. Es war durchaus cool, wie Schreiner den Ball beim 2:0 Teamtorhüter Robert Almer ins kurze Eck schoss. Immerhin hatte der 27-Jährige seit dem 21. März des Vorjahres (1:0 gegen Grödig) nicht mehr getroffen. Verständlich, dass er dann strahlte und meinte: „Das Tor war schon Balsam für die
Seele.“

Klassenerhalt: Erst wenn es rechnerisch abgeschlossen ist.

Emanuel Schreiner
Brachte Ruhe und Ordnung ins Spiel: Boris Prokopic.
Brachte Ruhe und Ordnung ins Spiel: Boris Prokopic.
Rudelbildung und viele Emotionen nach der „Siebenfach-Rolle“ von Austria-Stürmer Olarenwaju Kayode (am Boden liegend). Fotos: gepa/4
Rudelbildung und viele Emotionen nach der „Siebenfach-Rolle“ von Austria-Stürmer Olarenwaju Kayode (am Boden liegend). Fotos: gepa/4