Muguruza entthront müde Williams

Sport / 05.06.2016 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am königlichen Place de la Concorde präsentierte sich Paris-Siegerin Garbine Muguruza mit der Siegertrophäe. Foto: apa
Am königlichen Place de la Concorde präsentierte sich Paris-Siegerin Garbine Muguruza mit der Siegertrophäe. Foto: apa

Die Spanierin entzauberte im Finale der French Open die Branchenführerin.

PAris. Auf dem königlichen Place de la Concorde im Herzen von Paris fühlte sich die neue Tennis-Queen wie zu Hause: Garbine Muguruza grüßte bei der Pokalpräsentation im kurzen Schwarzen und in High Heels fast majestätisch in die Menge. Doch selbst einen Tag nach ihrem French-Open-Coup gegen die gefallene Sandplatzregentin Serena Williams konnte die 22-Jährige ihr Glück kaum fassen. „Ein Traum hat sich erfüllt. Wenn du in Spanien als Kind mit dem Tennis anfängst, dann willst du nur ein Turnier gewinnen: Roland Garros“, sagte Muguruza mit Blick auf das 7:5, 6:4 im Finale gegen den topgesetzten US-Star und fügte stolz an: „Ich bin jetzt ein Teil der Tennis-Geschichte.“ Die in Caracas geborene Tochter eines Basken und einer Venezolanerin ist die erste Spanierin seit Arantxa Sanchez Vicario 1998, die wieder im Sandplatz-Mekka triumphieren konnte.

Die 21-malige Major-Siegerin Williams indes verlor auch das zweite große Finale der Saison und konnte in puncto Grand-Slam-Erfolge immer noch nicht mit Steffi Graf (22 Titel) gleichziehen. Von Götterdämmerung war schon die Rede. „Natürlich bin ich enttäuscht. Garbine hat die wichtigen Punkte einfach besser gespielt“, sagte die 34-Jährige, als sie nach dem Match ungeduscht und genervt im Interviewraum saß.

Dem Herzinfarkt nahe

Ihre ganze Hilflosigkeit hatte der fünfte Matchball der „Königin von Paris“ (Marca)nach 1:43 Stunden dokumentiert: Ein Lob der Spanierin klatschte auf die Linie – und Williams lachte dem Ball nur zynisch hinterher. „Das war wohl der beste Matchball, der je gegen mich verwandelt wurde“, sagte die allerdings von einer Adduktorenblessur gehandicapte Williams.

Muguruza hatte sich nach dem Sieg in die geliebte rote Asche fallen lassen. „Weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte. Ich hätte fast einen Herzinfarkt bekommen“, gab die 1,82 m große Powerspielerin zu.

Tränen konnte „Mugu“ beim Lauschen der spanischen Hymne unter grauem Himmel unterdrücken. Weniger Emotionen sind ohnehin eines der Erfolgsrezepte der Wahl-Schweizerin. „Manchmal ist es einfach nicht gut, zu viele Gefühle zu zeigen. Ich habe gelernt, meine Emotionen zu kontrollieren.“

Zur Person

Garbine Muguruza

gewann in Paris den ersten Grand-Slam-Titel

Geboren: am 8. Oktober 1993 in Caracas

Wohnort: Genf

Größe/Gewicht: 1,82 m/73 kg

Rechtshänderin, zweihändige Rückhand

Profi seit 2011

Weltranglistenplatzierung: 4.

Beste Weltranglistenplatzierung 3. (Oktober 2015)

Karrierepreisgeld: 7,95 Mill. Euro

Saisonpreisgeld: 2.414.278 Euro

Größte Erfolge:

Grand Slam: Siegerin French Open (2016), Finale in Wimbledon (2015)

WTA-Titel: 3 (French Open 2016, Peking 2015, Hobart 2014)