Jogi Löw setzt auf die „Weltmeister-Power“

Sport / 10.06.2016 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weltmeister Deutschland ist bereit für den EURO-Auftakt gegen die Ukraine. Aber Thomas Müller, Toni Kroos und Co. bekommen es mit einer extrem unangenehm zu bespielenden Mannschaft der Ukraine zu tun.
Weltmeister Deutschland ist bereit für den EURO-Auftakt gegen die Ukraine. Aber Thomas Müller, Toni Kroos und Co. bekommen es mit einer extrem unangenehm zu bespielenden Mannschaft der Ukraine zu tun.

Helden von Brasilien sollen im Auftaktspiel gegen Ukraine für einen Traumstart sorgen.

Evian-les Bains. Einen gemütlichen EM-Start schließt Joachim Löw aus. Die Ukraine ist für den Bundestrainer eine „gefährliche Mannschaft“. Die Helden von Rio sollen es im Auftaktspiel richten und beweisen, dass sie wieder hungrig auf einen Siegerpokal sind. Der Bundestrainer ermahnte seine so erfahrenen Startelf-Kräfte aber vor dem Ernstfall am Sonntag (21 Uhr) in Lille, sofort an die Schmerzgrenze zu gehen.

„Dass man gemütlich durch die Vorrunde kommt, ist bei einem Turnier nie der Fall“, erklärte Löw. Die letzte Trainingseinheit im Basisquartier in Évian-les-Bains wurde bei strahlendem Sonnenschein hinter dem Sichtschutz des Trainingsplatzes absolviert. „Wir sind bereit, man merkt die Anspannung der Jungs“, berichtete Löws Assistent Thomas Schneider.

Zähe Ukrainer

Der Weltmeisters-Coach erwartet beim Start in seine dritte EM ein zähes Anlaufen gegen eine ukrainische Mannschaft, deren erstes Ziel es sein werde, Gegentore zu vermeiden. Geduldig sein, den Gegner müde spielen und dann konsequent zuschlagen, lauten Löws Vorgaben an sein Team. „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir in Zweikämpfe verwickelt werden, dass wir unsere gesamte Kampfkraft investieren müssen, dass wir durchsetzungsfähig sein müssen“, glaubt Löw.

Analyse bis ins kleinste Detail

Die Auswahl der Ukraine und ihre Spieler sind in Deutschland weitgehend unbekannt. Aber Löw hat mit seinem Trainerstab und der Scouting­abteilung den Gegner bis ins letzte Detail analysiert. „Sie spielen defensiv sehr strukturiert und sehr diszipliniert. Sie kontern schnell, haben schnelle Außenstürmer.“ Die Flügelzange Andrej Jarmolenko/Jewgeni Konopljanka gilt als größte Gefahrenquelle. Dazu kommt Härte. „Sie sind körperlich robust und alles andere als zimperlich“, mahnte Löw.

Hummels noch nicht fit

Löw muss zum Start entstandene Lücken schließen. Kapitän Bastian Schweinsteiger kann der Mannschaft nach seinem Kurz-Comeback gegen Ungarn im ersten Gruppenspiel höchstens ein paar Minuten als Einwechselspieler helfen. „Basti hat sicherlich noch nicht die Substanz, über einen längeren Zeitraum zu gehen“, äußerte Kotrainer Schneider deutlich. Für den noch nicht fitten Innenverteidiger Mats Hummels wird wohl Shkodran Mustafi auflaufen. Einziger Turnier­neuling in der DFB-Elf wird Jonas Hector sein, der auf der linken Abwehrseite spielt.