Das härteste Rennen des Jahres

Sport / 14.06.2016 • 20:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das imposante 60-Wagen-Feld für den 24-Stunden-Klassiker mit Audi (l.), Titelverteidiger Porsche (M.) und Toyota (r.) an der Le-Mans-Startlinie. Weiter hinten die LMP2-Boliden sowie die GTE-Renner.  Foto: WEC
Das imposante 60-Wagen-Feld für den 24-Stunden-Klassiker mit Audi (l.), Titelverteidiger Porsche (M.) und Toyota (r.) an der Le-Mans-Startlinie. Weiter hinten die LMP2-Boliden sowie die GTE-Renner. Foto: WEC

Die 84. Auflage des 24-Stunden-Klassikers von Le Mans wird ein Thriller.

Le Mans. (VN-dg) Beim Saisonhöhepunkt der Sportwagen-WM (WEC) werden von Samstag (15 Uhr, live auf Eurosport ab 14.15 Uhr) auf Sonntag 60 Autos und 180 Fahrer auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit des 24 Heures am Start sein. Ein Starterfeld dieser Größe wurde zuletzt beim prestigeträchtigsten Langstrecken-Rennen der Welt vor 61 Jahren, 1955, erreicht. In der Topklasse, den LMP1-Prototypen, stehen fünf Autos weniger als im Vorjahr am Start. Nissan ist nach der Blamage nicht mehr dabei und der VW-Konzern musste nach dem Dieselskandal für Audi und Porsche das Budget kürzen und das dritte Fahrzeug streichen. Die Königsklasse umfasst heuer nur neun Autos. Neben zwei Audis, zwei Porsches und zwei Toyotas starten in der LMP1-Light-Klasse noch zwei Boliden des Schweizer Pri­vatteams Rebellion sowie ein Auto vom Team ByKolles, das unter österreichischer Flagge fährt.

Druck für Porsche ist immens

Porsche geht als Favorit ins Rennen. Die Zuffenhausener gewannen mit ihrem 919-Hybrid-Boliden mit Earl Bamber, Nico Hülkenberg und Nick Tandy im Vorjahr und sind zudem Titelverteidiger in der Langstrecken-WM. Der Druck auf die beiden Fahrer-Crews von Porsche mit den beiden hochkomplexen Prototypen ist also immens. Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber bilden die eine Crew, Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb steuern das Schwesterauto.

Bei den beiden bisherigen WEC-Läufen in Silverstone und Spa gab es eine hohe Ausfallquote bei den Werkswagen. Porsche hat daraufhin reagiert und das Batteriepaket für den Hybrid-Antrieb gegen das zuverlässigere aus dem Vorjahr ausgewechselt. Sehr gut vorbereitet hat sich auch Audi für das härteste Rennen des Jahres. Die Ingolstädter haben sich mit Lucas di Grassi, der an der Seite von Loic Duval und Oliver Jarvis startet, beim offiziellen Le-Mans-Testtag am 5. Juni mit einer Rundenzeit von 3:21,375 Minuten (Schnitt 244 km/h) die Topmarke gesetzt und waren um 0,9 Sekunden schneller als die Porsche-Crews. Das zweite Audi-Auto wird abwechselnd vom bewährten Trio Marcel Fässler, André Lotterer und Benoit Tréluyer gesteuert. Der neue Audi R18 weist eine aggressivere Aerodynamik auf, weiters wurde der Leichtbau weiter perfektioniert.

Mit dem neuen TS050-Hybrid, der speziell für Le Mans entwickelt wurde, ist auch Toyota ein großer Wurf gelungen. Der 1000 PS starke Prototyp weist gegenüber dem Vorgängermodell TS040, das 2015 auf den Plätzen sechs und acht die Zielflagge erreichte, tiefgreifende Verbesserungen auf. Das Chassis ist komplett neu, der 2,4-Liter-V6-Turbo wurde effizienter und der Hybrid-Antriebsstrang optimiert. Toyota will in Le Mans endlich den ersten Sieg einfahren. Das bislang beste Resultat sind vier zweite Plätze. Anthony Davidson/Sébastien Buemi/Kazuki Nakajima und Stéphane Sarrazin/Michael Conway/Kamui Kobayashi heißen die Fahrerpaarungen.

Vier Österreicher sind mit dabei

Bei dem 24-h-Klassiker sind heuer vier Österreicher mit dabei. In der LMP1-Light-Klasse startet der Salzburger Dominik Kraihammer mit dem Rebellion-Team. In der GTE-Pro-Klasse sind Richard Lietz (NÖ) und der Salzburger Philipp Eng mit einem Porsche 911 RSR für das Team von Schauspieler Patrick Dempsey unterwegs und in der GTE-AM-Klasse pilotiert Mathias Lauda wieder einen V8-Vantage für Aston-Martin-Racing.