Der Diack-Clan wollte abkassieren

Sport / 10.07.2016 • 21:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ex-Leichtathletikpräsident verlangte Dopingschmiergeld von Olympiasiegerin.

amsterdam. In einem Interview mit der ARD hat die türkische Mittelstreckenläuferin Asli Cakir Alptekin Dopingmissbrauch zugegeben und zugleich den Diack-Clan stark belastet. Der frühere Weltverbandspräsident Lamine Diack und Söhne Papa Massata und Halil hätten bei entsprechender Zahlung bei der Vertuschung helfen wollen. Der ARD-Film lag der Austria Presseagentur vorab vor.

Asli Cakir Alptekin, deren Olympiatitel über 1500 m von London 2012 wegen Dopings aberkannt worden war, und ihr Ehemann und Trainer Ihsan Alptekin berichteten in Istanbul gegenüber der ARD, dass sie Besuch von den Diack-Söhnen bekommen hätten. Man habe ihnen gesagt, dass man das Problem gegen Bezahlung lösen könne, die Summe von 650.000 Euro fiel. „Sie gingen dann auf 500.000 Euro runter, dann auf 350.000. Wir haben nicht akzeptiert“, erzählte Ihsan Alptekin.

Das Ehepaar zeichnete ein Gespräch mit Halil Diack auf, das Tonband liegt der ARD vor. „Lamine Diack ist die Person, die Alptekins Problem lösen kann. Damit man sie offiziell für sauber erklärt, müssen wir etwas auf den Tisch legen. Das sind Fälle, wo Geld ins Spiel kommen muss. Du musst es schaffen, die Leute zu motivieren, mit denen du sprichst. Zu Gabriel Dolle gehen wir nicht direkt, da kümmert sich der Anwalt drum. Das läuft in bar, da wird nichts unterschrieben“, ist zu hören.

Der Franzose Gabriel Dolle war der Direktor der Anti-Doping-Abteilung in der IAAF, er wurde im Jänner 2016 von der Ethikkommission der IAAF für fünf Jahre gesperrt. Papa Massata Diack, ehemaliger Marketingberater in der IAAF, wird von Interpol gesucht, Lamine Diack wurde von der französischen Staatsanwaltschaft wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt.