„Es gibt keine Evolution ohne Revolution“

20.07.2016 • 17:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Karl Stoss, ÖOC-Präsident
Karl Stoss, ÖOC-Präsident

dornbirn. ÖOC-Präsident Karl Stoss über die Zukunft der Olympischen Spiele, fehlende Infrastruktur in Österreich und gezieltere Förderungen.

Bevor die XXXI. Olympischen Sommerspiele in Rio am 5. August eröffnet werden, fällt für Sie eine wichtige Entscheidung in Bezug auf die IOC-Aufnahme.

karl stoss: Vom 1. bis 4. August findet die Hauptversammlung die IOC-Session in Rio statt. Hier werden wichtige Punkte in Bezug auf Tokio 2020 festgelegt, zum Beispiel ob Klettern olympisch wird. Am 4. August folgt die für mich sehr spannende Wahl.

Falls Sie ins IOC gewählt werden, für welche Anliegen würden Sie eintreten?

stoss: Für die Umsetzung der Agenda 2020, das heißt weg vom Gigantismus hin zum kleineren Format. Man soll die Spiele dort austragen, wo sie hingehören, gerade was den Winter betrifft.

In einem Interview im Frühjahr haben Sie gesagt, Österreich sei keine Sportnation.

stoss: Man muss manches infrage stellen, ohne Revolution gibt es keine Evolution. Die Kinder sollten früh mit Sport beginnen, schon aus präventiver Sicht. Die Bewegungsstunde in der Schule wurde beschlossen, aber noch nicht umgesetzt. Außer im Wintersport haben wir eine miserable Sport-Infrastruktur. Am Geld fehlt es aber nicht. Gerade im Sommer sollten wir uns künftig auf spezielle Sportarten fokussieren, aber gleichzeitig Talente aller Sportarten fördern. Wir müssen weg vom Gießkannenprinzip.