Gestern Handball, heute Rugby

Sport / 20.07.2016 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach der U-19-EM 2007 als Handballerin feiert Peter ein Debüt als Rugbyspielerin auf kontinentaler Ebene.  Foto: privat/Lichtblau-Zakrzanska
Nach der U-19-EM 2007 als Handballerin feiert Peter ein Debüt als Rugbyspielerin auf kontinentaler Ebene. Foto: privat/Lichtblau-Zakrzanska

Die Dornbirnerin
Christina Peter ist bei der Rugby-B-EM in
Sarajevo im Einsatz.

Dornbirn. (VN-jd) Nach 92 Jahren feiert Rugby in Rio de Janeiro sein Olympia-Comeback, allerdings in der abgespeckten 7er-Variante. Gespielt wird dabei mit sieben statt der üblichen 15 Spieler pro Mannschaft, eine Partie dauert zwei mal sieben Minuten – viele Punkte und Versuche sind garantiert. Zu olympischen Ehren wird Österreichs neuformiertes Frauenteam zwar nicht kommen, im Moment bewegt man sich noch einige Leistungsstufen darunter. Am Wochenende wartet auf die rot-weiß-rote Auswahl die Bewährungsprobe bei der Europameisterschaft in Sarajevo. Einzige Vorarlbergerin beim Championat der Division B (zweite Leistungsstufe) in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina ist die 26-jährige Christina Peter. Im Rahmen ihres Auslandssemesters 2012 in Frankreich absolvierte die ehemalige Handballerin im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Sportuni Orléans ihre ersten Versuche im Rugby und war von Beginn an fasziniert: „Durch meine Vergangenheit als Handballerin war ich das Spielen mit einem Ball in der Hand gepaart mit einer gewissen Portion an körperlichen Härte gewöhnt. Nach vielen Jahren in der Halle hat mich auch die Ausübung in der freien Natur, egal ob Sonne oder Regen, einfach fasziniert“, betont die Absolventin des Sportgymnasiums Dornbirn.

Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums für Sportwissenschaften an der Uni Wien und einer dreimonatigen Weltreise wurde Peter dann von ihrer engeren Landsfrau Angelika Grabher angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen könnte, beim Verein Rugby Donau Wien einzusteigen: „Ich kenne Geli schon längere Zeit. Sie ist so etwas wie die Grande Dame der nationalen Szene und mit acht Meistertiteln und fünf Jahren im Nationalteam die erfolgreichste Spielerin Österreichs. Sie hat mir dem Einstieg zum Rugby schmackhaft gemacht.“

Steiler Aufstieg

Nach Beendigung des Masterstudiums für Training und Sport an der Fachhochschule Wr. Neustadt im Juni 2014 erfolgte im Frühajhr 2015 der Einstieg in den Rugbysport. Gleich beim ersten Turnier in Leoben wurde Peter zum „Newbie of the Tournament“ gewählt und wurde bei der Weihnachtsfeier von Donau Wien als „Rookie of the Year 2015“ ausgezeichnet. Vorerst letzter Höhepunkt war Anfang Juni der Gewinn des österreichischen Meistertitels im Trikot von Rugby Donau Wien. Aufgrund ihrer starken Leistungen wurde Peter, die beim Rugby die Position Flügelspielerin bekleidet, ins EM-Aufgebot einberufen. Ihrem ersten großen internationalen Einsatz blickt Peter ohne großen Erwartungsdruck entgegen: „Als Debütant ist es kaum möglich, eine Prognose abzugeben. Ich versuche einfach mein Bestes zu geben, und am Ende wird sich zeigen, ob es gereicht hat.“ Dem Handballsport bleibt die sympathische Dornbirnerin, die Französisch und Englisch in Wort und Schrift beherrscht, aber auch weiterhin erhalten. Seit März 2015 ist die ehemalige Juniorenteamspielerin hauptamtlich beim Österreichischen Handballbund (ÖHB) in den Bereichen Marketing und Organisation tätig.

Mit dem SSV Dornbirn-Schoren absolvierte Peter 2007 zwei Begegnungen im Europacup der Cupsieger. Foto: VN/DS
Mit dem SSV Dornbirn-Schoren absolvierte Peter 2007 zwei Begegnungen im Europacup der Cupsieger. Foto: VN/DS