Gestürzter Froome baut Vorsprung aus

Sport / 22.07.2016 • 21:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei der Ehrung des Gesamtführenden der Tour de France hat Chris Froome eine dicke Bandage am Knie getragen. Foto: AFP
Bei der Ehrung des Gesamtführenden der Tour de France hat Chris Froome eine dicke Bandage am Knie getragen. Foto: AFP

Brite setzt seine Triumphfahrt in Richtung dritter Sieg bei Tour de France fort.

Saint-Gervais. Der Mann im Gelben Trikot ist ein Radsport-Mirakel: Auch ein Sturz bergab auf regennasser Straße konnte Chris Froome auf der schwersten Alpenetappe der Tour de France nicht entscheidend aus dem Rhythmus bringen. Mit Hilfe seiner Teamkollegen rettete er sich im zerfetzten Gelben Trikot auf der 19. Etappe nach 146 Kilometern ins Ziel in Saint-Gervais. Er blutete am Ellenbogen und an der Schulter. Zur Siegerehrung erschien er mit einem Knieverband.

Unterm Strich hatte Froome an diesem dramatischen Tag seinen Vorsprung im Gesamtklassement vor den letzten 259 Tour-Kilometern sogar noch vergrößert. Auf dem Weg zu seinem dritten Toursieg liegt der 31 Jahre alte Brite jetzt 4:11 Minuten vor dem Tagessieger Romain Bardet, der auf dem 19. Teilstück den heiß ersehnten ersten Sieg für die Gastgeber in diesem Jahr einfuhr. „Die letzten Meter wollte ich einfach nur genießen“, sagte Bardet, der sich im Ziel vor Küssen kaum retten konnte.

Neuer Dritter ist der Kolumbianer Nairo Quintana, der in der kritischen Schlussphase nach dem Froome-Sturz zusammen mit dem Australier Richie Porte attackiert hatte. Aber mehr als elf Sekunden Vorsprung auf den unverwüstlichen Briten sprangen auch für den kleinen Kletterer aus Kolumbien nicht heraus. Porte hatte sich verausgabt und kam hinter Froome ins Ziel.

Dumoulin schwer verletzt

Ins Sturzfestival involviert war auch der zuvor zweitplatzierte Bauke Mollema, der seinen Podiumsplatz im Gesamtklassement an den Tagessieger aus Frankreich verlor. Weitere Sturzopfer waren der zweifache Etappengewinner Tom Dumoulin. Der Niederländer, eigentlich Topfavorit für das olympische Zeitfahren in Rio, stürzte rund 60 Kilometer vor dem Ziel und musste verletzt aufgeben. Erste Diagnose: Bruch der linken Hand.

Die österreichischen Fahrer zeigten sich in den Bergen erneut nicht im Spitzenfeld. Georg Preidler kam als bester heimischer Vertreter als 68. ins Etappenziel.

Rad

103. Tour de France 2016

Internet: www.letour.fr

19. Etappe: Albertville – Saint-Gervais/146 km

1. Romain Bardet (FRA) AG2R 4:14:09 Std.

2. Joaquim Rodriguez (ESP) Katjuscha +0:23 Min.

3. Alejandro Valverde (ESP) Movistar

4. Louis Meintjes (RSA) Lampre beide gleiche Zeit

5. Nairo Quintana (COL) Movistar 0:26

6. Fabio Aru (ITA) Astana 0:28

weiters: 7. Daniel Martin (IRL) Quick Step gleiche Zeit 8. Wouter Poels (NED) Sky 0:36, 9. Christopher Froome (GBR) Sky gleiche Zeit, 10. Richie Porte (AUS) BMC 0:53, 68. Georg Preidler (AUT) Giant 19:57, 123. Patrick Konrad (AUT) Bora 31:28, 159. Marco Haller (AUT) Katjuscha gleiche Zeit, 170. Bernhard Eisel (AUT) Dimension Data 31:44

Gesamtwertung

1. Christopher Froome (GBR) Sky 82:10:37 Std.

2. Romain Bardet (FRA) AG2R +4:11 Min.

3. Nairo Quintana (COL) Movistar 4:27

4. Adam Yates (GBR) Orica 4:46

5. Richie Porte (AUS) BMC 5:17

6. Fabio Aru (ITA) Astana 6:00

Weiters: 7. Alejandro Valverde 6:20, 8. Louis Meintjes 7:02, 9. Daniel Martin 7:10, 10. Bauke Mollema (NED) Trek 7:42, 54. Georg Preidler +2:09:10 Std., 68. Patrick Konrad +2:30:53, 168. Marco Haller 4:06:21, 172. Bernhard Eisel 4:21:17

20. Etappe (Samstag): Megève – Morzine/146,5 km

Letzte Etappe (Sonntag): Chantilly – Paris/Champs-Élysées/113 km