Das besondere Premierengefühl

24.07.2016 • 19:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Duell zwischen Altach-Stürmer Dimitri Oberlin und WAC-Torhüter Alexander Kofler gab es in der Schlussphase gleich des Öfteren. Foto: gepa
Das Duell zwischen Altach-Stürmer Dimitri Oberlin und WAC-Torhüter Alexander Kofler gab es in der Schlussphase gleich des Öfteren. Foto: gepa

Perfekter Saisonstart für Cashpoint SCR Alt­ach dank Jokertor von Dimitri Oberlin.

Altach. Sein vollständiger Name ist Dimitri Joseph Oberlin Mfomo – und er spricht Schweizerdeutsch. All das ist aber nur eine kleine Randnotiz, denn in Szene gesetzt hat sich der 18-jährige Schweiz-Kameruner selbst. Mit der Einwechslung des Neo-Alt­achers bewies Trainer Damir Canadi ein Goldhändchen. Oberlin erzielte nicht nur das Goldtor beim 1:0-Auftaktsieg gegen Wolfsberg, die Leihgabe aus der Red-Bull-Akademie avancierte innert seines gut 35-minütigen Einsatzes zum Publikumsliebling. Mit seiner Schnelligkeit sorgte er beim Gegner für Verwirrung und selbst nach seinem Siegtreffer hatte er noch zwei Möglichkeiten auf weitere Treffer.

„Die Mannschaft ist total offen und hat es mir total leicht gemacht, mich schnell einzugewöhnen“, strahlte er nach dem Schlusspfiff ob des besonderen Premierengefühls. „Mir gefällt es in Alt­ach“, schickte Oberlin nach. Jetzt hoffe er einfach auf viele Einsätze und sei glücklich, den Treffer erzielt zu haben.

Ein Tor für das Selbstvertrauen

Beim Tor selbst zeigte der Stürmer seine Reaktionsfähigkeit. „Es ist alles sehr schnell gegangen“, gab er nach dem Spiel zu Protokoll. Er habe damit spekuliert, dass der Schuss von Nikola Dovedan dem Torhüter vielleicht Probleme bereiten könnte und sei intuitiv nachgegangen. Es sollte sich bezahlt machen, denn der von WAC-Kapitän Michael Sollbauer abgefälschte Schuss landete vor den Füßen von Oberlin und dieser überwand Torhüter Alexander Kofler zum letztendlich spielentscheidenden Treffer.

Es war der perfekte Auftritt für einen Neuankömmling, wie Oberlin selbst feststellte. „Tore bringen viel, persönlich und innerhalb der Mannschaft ,und sie geben dir Selbsttrauen.“ Dabei hatte es gerade nach dem Seitenwechsel lange nicht nach Altacher Toren ausgesehen. Vielmehr waren es die Kärntner, die nach einer Einigelungstaktik vor der Pause ein wenig aktiver agierten. Und so war auch Torhüter Andreas Lukse gefragt. Etwa in Minute 54, als er nach einem gefinkelten Freistoß von WAC-Routinier Joachim Standfest das kurze Eck abdeckte und so einen Gegentreffer verhinderte. Weil das Altacher Spiel zu diesem Zeitpunkt sehr gehemmt wirkte, reagierte Trainer Damir Canadi mit einem Doppeltausch. Oberlin und Boris Prokopic ersetzten in weiterer Folge Martin Harrer und Daniel Luxbacher. Dass dennoch die Gäste in weiterer Folge torgefährlicher agierten, sollte am Ende nicht mehr relevant sein. Weil nämlich Lukse nach einer Prosenik-Flanke in den Rücken der Abwehr einen Schuss von Peter Tschernegg bravourös abwehrte (77.), blieb die Null stehen.

Überragende Schlussphase

In den Schlussminuten dann vermochte Altach dank der Wechsel zuzusetzen, während bei den Gästen sichtlich die Kraft schwand. Vor allem Oberlin spielte nun Katz’ und Maus mit den gegnerischen Abwehrspielern. Kaum ein Laufduell, dass der Neo-Altacher nicht gewann. Am beeindruckensten schließlich wohl sein Alleingang in der Nachspielzeit, als er nach einem Befreiungsball von Louis Ngwat-Mahop aus der eigenen Hälfte lossprintete und schließlich auch an Goalie Kofler vorbeizog, doch den Ball am Ende neben das Tor setzte (91.). Es sollte nicht die einzige Möglichkeit in der Überspielzeit bleiben, denn nach Koflers Kopfball nach einer Ecke (92.) war es erneut Oberlin, der bei einem Konter nicht zu stoppen war. Erneut aber setzte er das Leder neben das Gehäuse (93.). Der Jubel von den Rängen für den Siegtreffer war ihm dennoch gewiss.

Alle hier haben es mir leicht gemacht.

Dimitri oberlin
Gelebte Freude über den Siegtreffer: Altachs Dimitri Oberlin.
               Fotos: Gepa/3

Gelebte Freude über den Siegtreffer: Altachs Dimitri Oberlin.

Fotos: Gepa/3