„Halo“ in der Pole Position

24.07.2016 • 17:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ferrari testete in Silverstone das Halo-System. Foto: Reuters
Ferrari testete in Silverstone das Halo-System. Foto: Reuters

Debatte um Cockpitschutz spaltet Motorsport-Königsklasse.

Budapest. Kurz vor dem Votum über die Einführung eines Cockpitschutzes spaltet die Debatte um mehr Sicherheit die Formel 1. Es bahnt sich ein Beschluss gegen den Willen der Fahrer-Mehrheit an, da einige Teamchefs um das lukrative Image der Rennserie als Hochrisiko-Sport fürchten. „Diese überzogene Sicherheit, die wir jetzt haben, ist Unsinn“, polterte Red-Bull-Berater Helmut Marko via „Bild am Sonntag“.

Die Strategiegruppe der Formel 1 wird am Donnerstag beraten, ob der Cockpitschutz zur Saison 2017 verpflichtend wird. Seit Monaten wurden zwei verschiedene Modelle getestet, die Fahrer vor umherfliegenden Trümmerteilen schützen sollen.

Das sogenannte „Halo“-System basiert auf einem ringförmigen Bügel. Dieser spannt sich über den Helm des Piloten und ist mittig an einer Strebe fixiert. Der „Heiligenschein“ wird vom Weltverband (FIA) empfohlen, nachdem das von Red Bull favorisierte Modell mit einer Cockpitscheibe den finalen Crashtest nicht bestanden haben soll. „Die Vorteile für die Sicherheit waren wirklich erheblich“, sagte Nico Rosberg. Demnach haben die Piloten durch den sieben Kilogramm schweren Titanring eine um 17 Prozent verbesserte Überlebenschance bei Unfällen aller Art. „Ich denke, dass viele Fahrer dafür sind“, sagte der Deutsche.

Doch nicht jeder seiner Kollegen ist von den Plänen so begeistert. „Es sieht nicht so aus, als würde es auf ein Formel-1-Auto gehören. Das ist nicht im Sinne des Rennsports“, sagte Lewis Hamilton. Die Fraktion der Puristen, die sich nach mehr Gefahr sehnt, wird angeführt von den Vertretern des Red-Bull-Konzerns. „Sicherheit gut und schön, aber es darf nicht sein, dass ein Skifahrer gefährlicher lebt als ein Formel-1-Fahrer“, so Marko.