„Eine Person muss Kopf hinhalten“

Sport / 27.07.2016 • 20:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Karl Stoss: „Kritik hätte es bei jeder Entscheidung gegeben.“  apa
Karl Stoss: „Kritik hätte es bei jeder Entscheidung gegeben.“ apa

ÖOC-Vorstand Karl Stoss gibt IOC-Präsident Thomas Bach Rückendeckung.

Wien. Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, bekommt nach der viel kritisierten Russland-Entscheidung Rückendeckung von Karl Stoss. „Am Ende des Tages muss eine Person den Kopf hinhalten, aber die Entscheidung wurde ja nicht von ihm allein aus dem Blauen heraus getroffen, sondern nach Diskussion der 15 Exekutivkomiteemitglieder“, sagte der ÖOC-Chef im Interview mit der Austria Presse Agentur.

Die IOC-Exekutive hatte sich am Sonntag trotz des Nachweises von Staatsdoping gegen einen kompletten Bann Russlands von den Sommerspielen in Rio de Janeiro entschieden, aber den Sportlern strenge Auflagen erteilt. „Kritik hätte es bei jeder Entscheidung gegeben. Es war in der Tat wahrscheinlich keine sehr einfache. Wenn man es emotional betrachtet, müssen wir klar für einen Ausschluss sein. Wenn man es dann aber nüchtern und sachlich betrachtet, und ich nehme an, das haben all die Damen und Herren auch gemacht, dann muss man sagen, es darf und kann eigentlich keine Kollektivschuld geben“, meinte Stoss.

Fachverbände in der Pflicht

Das IOC spielte den Ball weiter, die Verantwortung, wer für Rio zugelassen wird, liegt nun bei den Internationalen Fachverbänden. Für Stoss nachvollziehbar. „Die Verantwortlichkeit für die Vorbereitung von Spielen liegt immer in den Fachverbänden. Wir als ÖOC bekommen ja die Sportler erst ganz knapp vor den Spielen, dann während der Spiele, und nach den Spielen gehen sie wieder in ihre Verbände oder Vereine.“ Einige Verbände haben bereits russische Athleten von Rio ausgeschlossen, so der Kanuverband – Österreich erbte zwei Quotenplätze – oder jene der Schwimmer, Ruderer, Segler. „Ich würde einmal die Behauptung aufstellen, dass die Mannschaft der russischen Föderation wahrscheinlich halb so groß sein wird, wie sie ursprünglich geplant war“, sagte Stoss, der selbst vor der Aufnahme in das IOC steht.