Der Garant für Top-Ten-Plätze bei Großereignissen

Sport / 28.07.2016 • 22:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Freistiler Günter Busarello beherrschte knapp ein Jahrzehnt seine Gewichtsklasse. Foto: Privat
Freistiler Günter Busarello beherrschte knapp ein Jahrzehnt seine Gewichtsklasse. Foto: Privat

Günter Busarello wurde Olympia-Siebter und Neunter und holte sich 1980 EM-Bronze.

Schwarzach. Nachdem Vorarlberg bereits 1948 mit Toni Vogel einen Ringer zu Olympischen Spielen entsandt hatte, und der Lustenauer als Achter mit einem Topresultat aus London heimkehrte, dauerte es 32 Jahre, bis es 1980 wieder mit einem absoluten Spitzenplatz klappte. Verantwortlich dafür war mit Günter Busarello ein Athlet des KSK Klaus. Er hatte, motiviert durch eine Reihe aktiver Verwandter, als Zehnjähriger mit dem Ringsport begonnen, und war nach seinem ersten Nachwuchsmeistertitel 1976 ein Jahrzehnt lang die klare Nummer eins in Österreich in seiner Gewichtsklasse. 1977 holte sich Busarello als 17-Jähriger den ersten Titel in der Allgemeinen Klasse und löste damit das Ticket für die WM in Lausanne, wo er Zehnter wurde.

EM-Bronze und Olympiastart

Im Olympiajahr 1980 gewann der Mittelgewichtler zwei Turniere in Frankreich und Griechenland und wurde bei der EM im slowakischen Prievidza sensationell Dritter. Damit hatte der 20-Jährige auch das Ticket für die Spiele in Moskau gelöst. Im ersten Kampf unterlag er dem routinierten Ungarn István Kovács knapp nach Punkten (1:3), erreichte aber dennoch die nächste Runde. Dort traf der Klauser auf den Syrer Mohamed El-Oulabi, gegen den er sich durch Disqualifikation durchsetzen konnte. In seinem dritten Kampf stand Busarello – er war mit Abstand jüngster Ringer unter den letzten Acht – gegen den späteren Olympiasieger Ismail Abilov aus Bulgarien auf verlorenem Posten und musste nach 7:25 Minuten eine Schulterniederlage in Kauf nehmen. In der Endwertung ergab das den guten siebten Platz. Auf nationaler Ebene sammelte Busarello weitere Titel und gewann mit dem KSK Klaus auch fünfmal die Ringer-Bundesliga. 1984 kam der 24-Jährige in Los Angeles zu weiteren Olympiaauftritten. Weil die Athleten aus Osteuropa den Spielen wegen des Boykotts fernblieben, schien diesmal sogar ein noch besseres Abschneiden möglich. Neben Busarello waren mit Herbert Nigsch, Dietmar Streitler, Edwin Lins sowie Bundestrainer Helmut Postai und Kampfrichter Herbert Lins weiter fünf KSK-Vereinsmitglieder in LA dabei. Das Olympiaturnier begann für Busarello mit einer Punkteniederlage gegen Reiner Trik, dann besiegte er Jouni Ilomäki mit 5:0, verpasste aber schließlich durch eine 4:7-Niederlage gegen Hideyuki Nagashima knapp den Einzug unter die letzten Acht und wurde Neunter.

Im Wissen um seine Herzschwäche beendete der Zollwachebeamte dann den Wettkampfsport. Sein Tod nach Herzversagen hinterließ in Familie und Ringsport eine riesige Lücke.

Zur Person

Günter Busarello

Der Freistilspezialist verstarb im Alter von 25 Jahren während einer Routineuntersuchung im Krankenhaus an den Folgen einer Verengung der Herzgefäße.

Geboren: 27. April 1960 in Hohenems

Gestorben: 8. November 1985 in Feldkirch

Erfolge: Olympische Spiele: 1980 7. Freistil 82 kg; 1984: 9. Freistil 82 kg; WM: 1977: 10. Freistil 76 kg; 1979: 7. Freistil 82 kg; 1981: 7. Freistil 82 kg; 1983: 8. Freistil 82 kg; EM: 1979: Vorrunde Freistil 82 kg; 1980: Bronze Freistil 82 kg; 1982: 10. Freistil 82 kg; 1983: Vorrunde Freistil 82 kg; 1984: 4. Frestil 82 kg; Junioren-EM: 1980: Silber Freistil 82 kg; 8-facher Einzel-Staatsmeister zwischen 1979 und 1985 (1985 sowohl im Freien als auch Griechisch römischen Stil), und 5-maliger ÖRSV-Mannschaftsmeister mit dem KSK Klaus zwischen 1979 bis 1984