Der Stratege gegen das Naturtalent

28.07.2016 • 19:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kommt mit Sorgen zu seinem Heimrennen: Nico Rosberg benötigt im Kampf um die WM gegen Lewis Hamilton ein Erfolgserlebnis. Foto: apa
Kommt mit Sorgen zu seinem Heimrennen: Nico Rosberg benötigt im Kampf um die WM gegen Lewis Hamilton ein Erfolgserlebnis. Foto: apa

Rosberg fährt beim Heim-GP in Hockenheim gegen Hamilton und das Momentum.

Hockenheim. Nico Rosberg macht gar keinen Hehl aus der Schwere seiner Aufgabe. „Lewis ist ein Meganaturtalent, der sich leider immer wieder darauf ausruhen kann. Er steigt in ein Auto und ist einfach schnell“, sagte Rosberg vor dem Großen Preis von Deutschland der Bild-Zeitung. Die Gewalt des „Meganaturtalents“ Hamilton bekam Rosberg zuletzt mit voller Wucht zu spüren. 49 Punkte büßte der Mercedes-Pilot in den vergangenen sechs Rennen auf seinen englischen Teamrivalen ein – und damit ausgerechnet vor seinem Heimrennen in Hockenheim erstmals in der Saison auch die Führung in der WM.

Das Pendel, dies lässt sich nach elf von 21 Rennen auch in der Statistik nicht mehr kaschieren, ist eindeutig zugunsten Hamiltons ausgeschlagen. Der sieht die Konstellation trotz nun sechs Punkten Vorsprung in der WM betont cool. Es sei nicht wichtig, mit wie viel Vorsprung er in die Sommerpause gehe, sagte Hamilton: „Wichtig ist allein, nicht einen Rückstand von bereits 30, 35 Punkten zu haben.“

Den Sieg von 2014 wiederholen

Für Rosberg ist Hockenheim vor der vierwöchigen Sommerpause die ideale – und womöglich letzte – Chance, dem vor Selbstbewusstsein strotzenden Hamilton ein wenig Fahrt zu nehmen. „Meinen Sieg von 2014 zu wiederholen, wäre toll“, sagte Rosberg: „Es war ein besonderes Erlebnis, hier vor dem deutschen Publikum zu gewinnen. Freunde und Familie kommen, um mich zu unterstützen. Das ist ein absolutes Highlight.“ Zahlreiche Experten haben den 31-jährigen Rosberg aber nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Rennen bereits abgeschrieben. Probleme wie bei den jüngsten Kollisionen in Barcelona, Montreal und Spielberg sind nach der Kopfwäsche mit Stahlwolle durch die Teamführung am Sonntag eigentlich nicht zu erwarten. Zu hart sind die angedrohten Konsequenzen durch das Weltmeisterteam.

Einen neuerlichen „Silberknall“ benötigen aber wohl die nächsten Verfolger, um realistische Siegchancen zu haben. Ferrari-Hoffnungsträger Sebastian Vettel etwa räumte ein, dass es „für uns im Normalfall um Platz drei geht. Uns fehlen je nach Strecke drei zu acht Zehntel pro Runde auf Mercedes.“

Manchmal habe ich die Schnauze voll davon, wie unehrlich es in der Formel 1 mitunter zugeht.

nico Rosberg